US-Präsident Donald Trump Für Steinmeier ist die Welt des 20. Jahrhunderts endgültig vorüber

Mit der Wahl Donald Trumps sieht Außenminister Steinmeier eine Zäsur gekommen. In einem Gastbeitrag prophezeit er unruhige Zeiten - mit ungewissem Ausgang.

Frank-Walter Steinmeier
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Frank-Walter Steinmeier


Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht in der Präsidentschaft von Donald Trump eine Zäsur. "Mit der Wahl Donald Trumps ist die alte Welt des 20. Jahrhundert endgültig vorüber", schreibt Steinmeier in einem Gastbeitrag in der "Bild am Sonntag".

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Heft 4/2017
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"Welche Ordnungsvorstellungen sich im 21. Jahrhundert durchsetzen werden, wie die Welt von morgen aussehen wird, ist nicht ausgemacht, ist völlig offen." Die Welt müsse sich auf unruhige Zeiten einstellen: "Wie immer bei Machtwechseln gibt es Ungewissheiten, Zweifel und Fragezeichen über den Kurs der neuen Führung. Aber in diesen Zeiten einer neuen globalen Unordnung geht es um mehr, heute steht besonders viel auf dem Spiel." Die Bundesregierung werde jetzt das Gespräch suchen und "der neuen Administration unsere Haltung, unsere Werte und Interessen erläutern".

Im Wahlkampf hatte Steinmeier Trump als "Hassprediger" bezeichnet.

Am Samstag hatte sich bereits die Kanzlerin zu Trumps Antrittsrede geäußert - und blieb dabei deutlich zurückhaltender als Steinmeier.

"Das transatlantische Verhältnis wird nicht weniger wichtig in den nächsten Jahren, als es in der Vergangenheit war. Dafür werde ich arbeiten", sagte Angela Merkel bei einer Klausur der baden-württembergischen CDU. Trump habe in seiner Rede noch einmal "seine Überzeugungen deutlich gemacht", so die Kanzlerin. Nun werde es allen am besten gehen, wenn man auf der Basis gemeinsamer Werte gemeinsam agiere. Das gelte für die internationale Wirtschaftsordnung und den Handel ebenso wie für die Verteidigung.

fbö/dpa



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insgesamt 922 Beiträge
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Seite 1
Jimbo 1 22.01.2017
1. Hassprediger
Steinmeier könnte ja mal dem Hr. Trump erläutern, wie er das mit dem Hassprediger gemeint hat. Das wäre doch schon mal ein Anfang !
spon_2545532 22.01.2017
2. Toller Repräsentant
Tituliert den Präsidentschaftsanwärter der USA als Hassprediger und gratuliert dem designierten Präseidenten der USA nicht einmal zur Wahl. Keine Kinderstube. schlechtes Benehmen. Und so etwas soll Deutschland vertreten.
christa.hans 22.01.2017
3. Nicht mit Trump ...
Nicht mit Trump sondern mit Steinmeier ziehen dunkle Wolken im Verhältnis zur USA - Deutschland auf. sollte Steinmeier als Bundespräsidenten gewählt werden ist das Verhältnis zur USA sicherlich über Jahre auf Eiszeit. Trump seine Rede bei der Vereidigung hat in vielen Deutschen Zustimmung hervorgerufen. Seit 1945 führen die USA fast ununterbrochen irgendwelche Kriege als Weltpolizist durch. Es wäre für alle ein Erfolg und ein Segen wenn dieser Zustand beendet würde. Allein dafür hätte sich die Wahl von Trump für die ganze Welt als Segen erwiesen.
ulrich_loose 22.01.2017
4. Unruhige Zeiten
mit ungewissem Ausgang sehe ich sehr viel eher in Deutschland und Europa ganz allgemein... Pleitestaaten, Nullzinsen, "Schutzsuchende" samt freundlichem Gesicht, Unfähigkeit wohin man blickt. Für viele Dürfte da eine zupackender "Macher" eher als Lösung erscheinen als Politiker die abgehoben auf den europäischen evolutionären Fortschritt setzen und den Wohlstand aufs Spiel setzen.
mustafanadal 22.01.2017
5. Schwarzmaler
Herrn Steinmeier zeigt sich wieder einmal als die Inkarnation von Besorgnis, Befürchtung, Angst, Bedenken und Beunruhigung. Und diese Person soll nach dem Willen von CDU, CSU und SPD künftig Deutschland repräsentieren. Ich frage mich, wie er mit dieser Grundstimmung als kommender Präsident ein positives Bild von Deutschland vermitteln will.
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