Bundespräsident zum Islam "Muslime in Deutschland gehören dazu"

Bundespräsident Steinmeier versucht, die von Innenminister Seehofer angezettelte Islam-Debatte zu beruhigen. Diskutieren solle man über Integration, nicht so sehr über Schlagzeilen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat betont, dass er Muslime als Teil der deutschen Gesellschaft sieht.

Unter Bezug auf das Zitat des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff ("Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland") sagte Steinmeier den Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main: "Von dieser Botschaft dürfen wir uns nicht verabschieden."

Wulff habe nicht als Historiker oder Religionswissenschaftler gesprochen. "Seine Botschaft war: 'Muslime in Deutschland gehören dazu.'" Er rate dazu, nicht über Schlagzeilen und Überschriften zu streiten, sondern über Instrumente für eine gelingende Integration zu diskutieren.

Der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte jüngst in einem umstrittenen Zeitungsinterview gesagt: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt."

Der CSU-Politiker sagte aber auch: "Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland." Seehofer kündigte zugleich an, er wolle den Dialog mit muslimischen Verbänden suchen und wo nötig ausbauen. Für das Interview hatte Seehofer Zuspruch von der rechtspopulistischen AfD erhalten. Aus der CDU-Spitze, aus der SPD sowie von Grünen und Linken kam teils energischer Widerspruch.

cht/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.