Frankfurt am Main Tausende protestieren gegen Flüchtlingspolitik

"Sei kein Horst": Mehr als 6000 Menschen sind in Frankfurt am Main auf die Straße gegangen, um gegen die "menschenfeindliche" Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

Demonstration in Frankfurt am Main
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Demonstration in Frankfurt am Main


Rund 6300 Menschen haben laut Polizei am Montagabend in Frankfurt am Main gegen die ihrer Meinung nach "menschenfeindliche" Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 8000 Teilnehmern. Unter dem Motto "Sei kein Horst - Seebrücke statt Seehofer" hatten zahlreiche Initiativen zu der Kundgebung aufgerufen, darunter auch das Bündnis "Seebrücke".

In Anspielung auf die Rettungswesten von Bootsflüchtlingen trugen laut den Veranstaltern viele Demonstranten orangefarbene Westen, Haarbänder und Transparente. Auf Plakaten stand unter anderem "Flucht ist kein Verbrechen" oder "Stoppt das Sterben im Mittelmeer".

Der Protest richtete sich gegen den ursprünglich geplanten Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer an diesem Dienstag in Frankfurt. Der CSU-Politiker hatte jedoch wegen Terminproblemen am Montag seine Teilnahme am Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Frankfurt abgesagt. Daraufhin verzichteten die Initiativen auch auf eine am Dienstagmorgen vor der Paulskirche geplante Protestveranstaltung - hielten jedoch an der abendlichen Demonstration fest.

Das Bündnis "Seebrücke" wird nach eigenen Angaben von verschiedenen Bündnissen und Akteuren der Zivilgesellschaft getragen. Die Initiative entstand spontan, als das Flüchtlingshilfsschiff "Lifeline" mit 234 Menschen an Bord am Einlaufen in einen Hafen gehindert worden war (eine Rekonstruktion der Irrfahrt lesen Sie hier).

aar/dpa

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