Massiver Polizeieinsatz Randale in Frankfurt bei Protest gegen Pegida-Ableger

Das Frankfurter Stadtzentrum wurde lahmgelegt: Bei Protesten gegen die Pegida-Abspaltung "Widerstand Ost/West" ist es zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als tausend Polizisten waren im Einsatz.

DPA

Rund 2000 Menschen haben in Frankfurt gegen eine Versammlung von Islamgegnern und Nationalisten protestiert. Die Demonstranten blockierten an mehreren Stellen den Versammlungsplatz und die geplante Marschroute der Initiative "Widerstand Ost/West", die sich von der Pegida-Bewegung in Dresden abgespalten hat.

Bei der Initiative handelt es sich um einen neuen Zusammenschluss von Nationalisten, Islamgegnern und Hooligans. Sie hatten zu einer bundesweiten Kundgebung in Frankfurt aufgerufen. Etwa hundert Anhänger sind dem Aufruf gefolgt.

Die Polizei war mit mehr als tausend Kräften aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um rechtsgerichtete Versammlungsteilnehmer und Gegendemonstranten voneinander zu trennen.

An den Polizeisperren rund um den zentralen Roßmarkt kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen teilweise vermummten Mitgliedern von linken Gruppen und Einsatzkräften. Eier und Tomaten wurden geworfen, Böller und Rauchkerzen gezündet. Die Polizei verstärkte ihre Absperrungen mit Wasserwerfern und Hunden.

Islamgegner deutlich in der Unterzahl

Etwa hundert Anhänger des "Widerstands Ost/West" befanden sich nach Polizeiangaben zur Kundgebungszeit auf dem Roßmarkt. Beim Betreten des Platzes wurden sie auf Waffen kontrolliert. Ihre Kundgebung verzögerte sich, weil ihre Redner wie der Münchner Islamgegner Michael Stürzenberger nicht rechtzeitig eintrafen.

An einer Protestkundgebung des Frankfurter Römerbergbündnisses, dem unter anderem Gewerkschaften und die beiden großen christlichen Kirchen angehören, nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, sagte, seit dem Aufkommen der Pegida-Bewegung im Herbst vergangenen Jahres versuchten Rechtsextremisten, sich einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zu verschaffen. "Das ist die schleichende Gefahr."

Demo in Berlin zum Weltflüchtlingstag

In Berlin haben zum Weltflüchtlingstag mehrere Tausend Menschen für Solidarität mit Flüchtlingen und gegen die europäische Griechenlandpolitik demonstriert. Im Bezirk Kreuzberg versammelten sie sich am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung. Auch in anderen Städten gingen Menschen auf die Straße, um eine offenere Flüchtlingspolitik zu fordern. In Berlin-Kreuzberg kamen nach Angaben der Polizei rund 2500 Demonstranten zusammen. Den Protest unter dem Motto "Europa.Anders.Machen." hatte ein Bündnis linker Gruppen organisiert.

smh/dpa

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