Bundesfamilienministerin Giffey nennt Papst-Aussagen zu Abtreibungen "inakzeptabel"

Der Papst vergleicht Abtreibungen mit Auftragsmorden - und sorgt für Empörung. Familienministerin Giffey weist die Aussagen als "Anschuldigungen und Beleidigungen" zurück.

Franziska Giffey (Archivfoto)
FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Franziska Giffey (Archivfoto)


Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat Papst Franziskus für den Vergleich von Abtreibungen mit einem Auftragsmord scharf kritisiert. Giffey nannte die Aussage des Papstes "absolut inakzeptabel". "Frauen, die sich in einem Schwangerschaftskonflikt befinden, sind in einer absoluten Ausnahmesituation", sagte Giffey. "Sie brauchen unsere Hilfe und Unterstützung - nicht Kriminalisierung."

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte bei seiner Generalaudienz im Vatikan Abtreibung mit Auftragsmord verglichen. "Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen", sagte er. Franziskus kritisierte Ärzte, die im Falle einer Behinderung des Fötus zum Schwangerschaftsabbruch rieten.

"Keine Frau macht sich eine solche Entscheidung leicht. Darum müssen Frauen alle Informationen bekommen, die sie in einer solchen Situation brauchen", sagte Giffey. "Es geht um Beratung, Hilfe und Unterstützung. Anschuldigungen und Beleidigungen sind der falsche Weg."

Der offiziellen Lehre der katholischen Kirche zufolge ist eine Abtreibung in jedem Fall eine schwere Sünde.

Der Papst hatte erst vor Kurzem mit Äußerungen über Homosexualität weltweit empörte Reaktionen hervorgerufen: Wenn sich Homosexualität schon in der Kindheit zeige, gebe es "viel, das mit Psychiatrie gemacht werden kann, um zu sehen, wie die Dinge liegen", sagte er. Der Vatikan zog diese Äußerung wenig später zurück.

asa/AFP



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