Offener Brief am Weltfrauentag Sheryl Sandberg und Lady Gaga schreiben Merkel

Unterernährt, krank, kaum Zugang zu Bildung: Die Situation vieler Frauen in Entwicklungsländern ist schlecht. Am Internationalen Frauentag richten sich Prominente mit einem offenen Brief an Kanzlerin Merkel.

Lady Gagas Unterschrift unter offenem Brief an Merkel: "Armut ist sexistisch"
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Lady Gagas Unterschrift unter offenem Brief an Merkel: "Armut ist sexistisch"


Berlin - "Armut ist sexistisch" - zu diesem Punkt kommt ein Bericht der Entwicklungsorganisation One zum Weltfrauentag an diesem Sonntag. Demnach hätten Frauen in den ärmsten Ländern der Welt nicht den gleichen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, zu landwirtschaftlichen Gerätschaften und zu Saatgut wie Männer. Gäbe man Frauen in der Landwirtschaft den gleichen Zugang zu Produktionsmitteln wie Männern, würde die Zahl der chronisch Hungernden weltweit um 100 bis 150 Millionen sinken, besagt der Bericht.

Deswegen haben sich nun 35 prominente Frauen mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet. Als Unterzeichner listet die entwicklungspolitische Organisation One auf ihrer Homepage auch Sängerin Lady Gaga, Oskar-Preisträgerin Meryl Streep und Facebook-Chefin Sheryl Sandberg.

Frauen hätten besonders zu leiden unter Rechtsunsicherheit, schlechten Gesundheits- und Bildungssystemen auf der Welt, schreiben die Prominenten auch an die Kommissionspräsidentin der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma. "Wenn wir die Lage der Frauen und Mädchen verbessern, profitieren alle davon", heißt es in dem offenen Brief. "Frauenrechte durchzusetzen heißt, die Rechte aller zu stärken." Von Merkel und Dlamini-Zuma fordern sie mehr Mut zu den Schritten, die notwendig seien, um die extreme Armut bis 2030 zu beseitigen.

"Mütter investieren in ihre Töchter und Söhne und stärken das Gemeinwesen", erklärte Sandberg, die die Kampagnenorganisation One im Kampf gegen die Armut unterstützt.

Auch die deutsche Schauspielerin und One-Botschafterin Maria Furtwängler sagte zum Kampagnenstart: "Die Bundeskanzlerin trägt dieses Jahr als G7-Gastgeberin eine besondere Verantwortung, Frauen in den Mittelpunkt bei der internationalen Armutsbekämpfung zu rücken." Für eine Frau in Sierra Leone sei es 157-mal wahrscheinlicher, bei der Geburt ihres Kindes zu sterben, als für eine Frau in Deutschland, so Furtwängler. Fotos und Botschaften der Kampagne verbreitet One unter dem Hashtag #mut2015 auf Twitter.

vek/dpa



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insgesamt 11 Beiträge
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nataliamunich 08.03.2015
1. Das hört sich nett an,
wird jedoch nichts bewirken. Die Kanzlerin verfolgt sicher nicht den Plan, die Welt zu verbessern. Abgesehen davon handelt es sich meist um Länder, die sich von einer Frau sicher nichts vorschreiben lassen. Wie somit man Erdogan und den anderen Führern der islamistischen Staaten vorschreiben, was diese tun sollen.
spon-3zb-gl00 08.03.2015
2. Falsche Empfängerin
wieso wurde dieser Brief an Frau Merkel gerichtet? Weil sie eine Frau in herausragender Position ist? Dieses fraglos berechtigte und angemessene Anliegen muß an Regierungen gerichtet werden, die es dulden bzw. gar fördern, daß in ihren Ländern Frauen unterdrückt und rechtlos gehalten werden. Weder Frau Merkel noch Deutschland können für sämtliche Probleme der Welt Hauptansprechpartner sein.
Hatch 08.03.2015
3.
Zitat von spon-3zb-gl00wieso wurde dieser Brief an Frau Merkel gerichtet? Weil sie eine Frau in herausragender Position ist? Dieses fraglos berechtigte und angemessene Anliegen muß an Regierungen gerichtet werden, die es dulden bzw. gar fördern, daß in ihren Ländern Frauen unterdrückt und rechtlos gehalten werden. Weder Frau Merkel noch Deutschland können für sämtliche Probleme der Welt Hauptansprechpartner sein.
Glaubst du der Brief hätte mehr Effekt, wenn er an den neuen König in Saudi Arabien gerichtet wäre ? Frau Merkel und Deutschland können natürlich nicht alles machen und alleine können wir sogar nur sehr wenig machen, aber Deutschland hat nun mal auch eine führende Rolle in Europa eingenommen und man sollte doch in der Lage sein auf manche Länder politischen Druck auszuüben. Wenn man aber heute auf spon liest, dass eine Gleichberechtigung beim Lohn innerhalb von Deutschland schon schwierig ist, weiß ich nicht wie viel Interesse die gute Frau Merkel wirklich an diesem Thema hat
spiegelfrauchen 09.03.2015
4. Selbst ist die Frau !
Alle genannten Frauen sind sehr wohlhabend und könnten in ihrem Umfeld jeweils damit beginnen eigene Hilfsorganisationen zu gründen , um Frauen , die in Armut leben , ein vernünftiges Leben zu ermöglichen.
kimmberlie67 09.03.2015
5. Sagen wir mal
wenn die Reichen Hollywood Schauspieler nur die Hälfte ihres Vermögens einsetzen würden wär allen geholfen und sie müssten nicht Hunger leiden.
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