Frauen gegen das Betreuungsgeld: Stoppt den Herdprämien-Unsinn!

Frauen aus ganz Deutschland stellen sich gegen das Betreuungsgeld: In einer Umfrage von SPIEGEL ONLINE sagen sie, warum sie den Plan der schwarz-gelben Koalition für falsch halten. Mit dabei sind auch prominente Unionsanhängerinnen.

Umfrage: "Das Betreuungsgeld ist eine fatale Sackgasse"
Fotos
Getty Images; SPIEGEL ONLINE; dapd; AP; DPA

Berlin - Der Streit um das Betreuungsgeld ist zum Glaubenskrieg geworden. Immer schärfer wird der Kampf um die umstrittene Geldleistung geführt, die Eltern ab dem kommenden Jahr bekommen sollen, wenn sie ihr Kleinkind daheim betreuen und nicht in die Kita oder Krippe schicken. Die einen schimpfen über die "Herdprämie", die anderen über "Fremdbetreuung".

Politisch ist die Entscheidung gefallen - eigentlich: Die schwarz-gelbe Koalition hat das Betreuungsgeld beschlossen. Doch der Widerstand wächst. Fast scheint es, als sei es allein die CSU, für die das Ganze noch eine "Herzensangelegenheit" ist. In der CDU formieren sich die Gegner, die FDP ist dagegen, die Opposition sowieso. Gerade haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einem ungewöhnlichen Schulterschluss vor einem "arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Rückschritt" gewarnt. In Umfragen spricht sich die Mehrheit der Deutschen regelmäßig gegen das Betreuungsgeld aus.

Die Sorge der Kritiker: Das Betreuungsgeld festigt überkommene Rollenbilder, hält sozial schwache Kinder von frühkindlicher Bildung fern und konterkariert den geplanten Kita-Ausbau. Und nicht zuletzt könnten sich die beruflichen Chancen für Mütter weiter verschlechtern, weil sie den Anschluss an den Arbeitsmarkt verlieren, wenn sie länger zu Hause bleiben.

Auf SPIEGEL ONLINE erklären Frauen, warum sie gegen das Betreuungsgeld sind. (Klicken Sie sich durch die Fotostrecke)


Zusammengestellt von Tatjana Heid, Anna Reimann und Philipp Wittrock

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insgesamt 1038 Beiträge
Cotti 18.04.2012
Wirklich gute Aktion dieser Frauen - nur leider völlig sinnlos. Die Herdprämie will von der CSU/CDU doch nicht eingeführt werden, um Frauen mit einem bisschen Geld einen "Gerechtigkeitsausgleich", für die [...]
Zitat von sysopFrauen aus ganz Deutschland stellen sich gegen das Betreuungsgeld: In einer großen Umfrage von SPIEGEL ONLINE sagen sie, warum sie den Plan der schwarz-gelben Koalition für falsch halten. Mit dabei sind auch prominente Unions-Anhängerinnen...
Wirklich gute Aktion dieser Frauen - nur leider völlig sinnlos. Die Herdprämie will von der CSU/CDU doch nicht eingeführt werden, um Frauen mit einem bisschen Geld einen "Gerechtigkeitsausgleich", für die Daheimeimverziehung ihrer Kinder zu geben, den die eigentlich überhaupt nicht brauchen. Nein, die soll eingeführt werden, weil besonders in Bayern, der Ausbau von Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen behindert wird. Wenn viele Eltern dann lieber die Herdprämie nehmen würden, hätten die das Argument, dass ein weiterer Ausbau, wegen mangelnder Nachfrage, finanzpolitisch falsch wäre.
Jens S. 18.04.2012
... aber in meinen Augen noch viel zu niedrig. Ich plädiere für ein Betreuungsgeld von 1600€/Monat. Denn erst dann wäre für den Staat die Betreuung zuhause teurer als ein Kita/KiGa/Krippenplatz. Und erst dann würden die Länder [...]
... aber in meinen Augen noch viel zu niedrig. Ich plädiere für ein Betreuungsgeld von 1600€/Monat. Denn erst dann wäre für den Staat die Betreuung zuhause teurer als ein Kita/KiGa/Krippenplatz. Und erst dann würden die Länder und Gemeinden endlich mal anfangen, den Ausbau von Betreuungsplätzen mit der gebotenen Priorität voran zu treiben. Vorher ist dieses bessere Taschengeld nur eine Augenwischerei und Ablenkung davon, daß es gar nicht genug Betreuungsplätze gibt.
olicrom 18.04.2012
Dann brauchen wir über den multiplen Unsinn deren Vorvorjahrhundertspolitik gar nicht mehr nachdenken.
Zitat von sysopFrauen aus ganz Deutschland stellen sich gegen das Betreuungsgeld: In einer großen Umfrage von SPIEGEL ONLINE sagen sie, warum sie den Plan der schwarz-gelben Koalition für falsch halten. Mit dabei sind auch prominente Unions-Anhängerinnen. Frauen gegen das Betreuungsgeld: Stoppt den Herdprämien-Unsinn! - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828027,00.html)
Dann brauchen wir über den multiplen Unsinn deren Vorvorjahrhundertspolitik gar nicht mehr nachdenken.
hienstorfer 18.04.2012
Demnächst kommt noch der Mindestlohn - einige Parteien (Linke, Piraten) fordern 9-10Euro. Viele Frauen dürften netto weniger verdienen als diese 9-10 Euro, werden daher eine Haushaltshilfe nicht mehr bezahlen können. Schließlich [...]
Demnächst kommt noch der Mindestlohn - einige Parteien (Linke, Piraten) fordern 9-10Euro. Viele Frauen dürften netto weniger verdienen als diese 9-10 Euro, werden daher eine Haushaltshilfe nicht mehr bezahlen können. Schließlich kommen auf den Mindestlohn von 9-10 Euro noch Sozialabgaben oben drauf, die ein Arbeitgeber bezahlen muss. Sogar viele gut ausgebildete Frauen werden sich Haushaltshilfen nicht mehr leisten können. _Müssen viele Frauen ihren Beruf an den Nagel hängen, wenn Kinder betreut werden müssen, Angehörige gepflegt werden müssen?_ Der Mindestlohn - ohne sonstigen Ausgleich - fördert das Alleinverdienermodell! Es droht doppelte Arbeitslosigkeit: weder für die gut ausgebildete Frau noch für die Haushaltshilfe wird sich Arbeit noch lohnen. --> Steuerausfälle! --> steigende Sozialkosten!!!
foxbravo5 18.04.2012
man darf auch anderer Meinung sein
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  • Mittwoch, 18.04.2012 – 12:45 Uhr
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Umstrittene Herdprämie

Die Koalition hat das Betreuungsgeld beschlossen - doch nun ringt Schwarz-Gelb seit Monaten um die Umsetzung. Was meinen Sie: Ist die Leistung sinnvoll?

  • Ja. Wer sein Kind zu Hause betreut und keinen Platz in der Kita in Anspruch nimmt, sollte vom Staat finanziell unterstützt werden.
  • Nein. Die 1,2 Milliarden Euro, die für das Betreuungsgeld veranschlagt werden, sollten lieber in den Kita-Ausbau gesteckt werden.
  • Ich habe mir zu diesem Thema noch keine Meinung gebildet.
Die Pläne für das Betreuungsgeld
Das Betreuungsgeld soll nach den bisherigen Plänen der Koalition vom 1. Januar 2013 an ausgezahlt werden. Es soll Familien zugutekommen, die ihr Kleinkind nicht in eine Kindertagesstätte bringen, sondern bis zum dritten Lebensjahr zu Hause betreuen möchten. 2013 sollen junge Familien demnach monatlich 100 Euro für das zweite Lebensjahr des Kindes bekommen, vom 1. Januar 2014 an 150 Euro für das zweite und dritte Lebensjahr. Das Betreuungsgeld soll unabhängig von Erwerbstätigkeit und Einkommen garantiert werden.

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