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Führungsstreit: AfD-Sprecherin keilt gegen Lucke

AfD-Bundessprecher Lucke: Drohung mit Rückzug Zur Großansicht
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AfD-Bundessprecher Lucke: Drohung mit Rückzug

Die AfD-Bundessprecherin Frauke Petry kritisiert die Ausrichtung ihrer Partei auf ihren Kollegen Bernd Lucke. Die Partei dürfe "keine One-Man-Show sein", sagte Petry dem SPIEGEL. Lucke selbst droht unterdessen mit seinem Rückzug von der Parteispitze.

Berlin - Führende Politiker der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) wollen die Dominanz ihres heimlichen Parteichefs Bernd Lucke brechen. "Es ist wichtig, dass an der Spitze einer Partei unterschiedliche Führungsstile vertreten sind", sagt Bundessprecherin Frauke Petry. "Die AfD darf keine One-Man-Show sein", sagte Petry dem SPIEGEL.

Zuvor hatte Bundesvorstand Alexander Gauland harsche Kritik an Luckes Führungsstil geübt. Der Hochschullehrer sei ein "Kontrollfreak". Geführt wird die AfD offiziell von drei "Bundessprechern", Lucke wird aber oft als alleiniger Chef wahrgenommen und will diesen Status in einer neuen Satzung verankern. "Es tut keiner Organisation auf die Dauer gut, wenn alles auf eine Person ausgerichtet ist", sagt Petry, die den sächsischen AfD-Verband führt. Bisher habe sie sich im Bundesvorstand eher zurückgehalten. "Sollte die AfD künftig eine Doppelspitze haben, werde ich auf jeden Fall kandidieren und eine aktive Rolle spielen."

Lucke selbst erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, im kommenden Jahr nicht mehr für sein derzeitiges Amt zu kandidieren. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert ihn mit den Worten, er habe "noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde". Lucke sprach demnach davon, er wolle "ab und zu auch mal wieder Zeit für meine Familie" haben. Gleichzeitig forderte er jedoch, für die AfD das Amt einen alleinigen Parteivorsitzenden und eines einzigen Generalsekretärs zu schaffen. Bislang teilt sich Lucke den Parteivorsitz mit Frauke Petry und Konrad Adam. Der "FAZ" sagte Adam, es sei "nicht das erste Mal", dass Lucke drohe, nicht mehr anzutreten.

cis

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 72 Beiträge
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1.
crazy_swayze 23.11.2014
Solche Aussagen wie von Fr. Petry finde ich immer wieder lächerlich - hallo, ihr seid Politiker, ihr müsst mit eurer Art und Rhetorik die Menschen zum Zuhören bringen. Wenn dies ein Herr Lucke kann und man selbst nicht, dann ist das im Politikbetrieb hundertprozentiges Eigenverschulden.Genauso wie die Grünen über Joschka Fischer und seine Präsenz gejammert haben. Nur, gab es danach jemanden der auch nur annähernd diese politische Anziehungskraft hervorgerufen hat?Nein, wer in dieses Jammergeheul miteinstimmt, für den empfinde ich nur noch Mitleid und hoffe, dass die politische Karriere baldigst beendet wird.
2. es nervt nur noch
Marc Anton 23.11.2014
"Keilen" ist irgendwie anders....BLÖD-Niveau so eine SCHLAGzeile
3.
hattrick73 23.11.2014
Oh, der Anfang vom Ende? Öffentlich jeder gegen jeden..was ist denn das? Wen sollen denn die "eigentlich-bin-ich-gar-nicht-gegen-Ausländer-aber-man-muss-doch-sagen-dürfen"-Spießer in Zukunft wählen?
4. Was ist los?
lullylover 23.11.2014
Wo ist das unvermeidliche "rechtspopulistisch"? Gilt ab heute, dass andere Parteien für diese Weglassung dann als linkspopulistisch gescholten werden, um Ausgewogenheit herzustellen?
5. Superman Lucke
Tunix 23.11.2014
Herr Lucke zeigt Nerven, was dem Druck auf den Einzelkämpfer geschuldet ist. Er sollte die Verantwortung für Partei und Politik auf mehrere Schultern verteilen, die anderen Führungskräfte ihm dabei helfen. Wohin will Lucke, wenn die AfD oder er in der AfD scheitert? Zurück auf den Lehrstuhl, würde doch auch peinlich, oder?
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