AfD-Chefin Petry arbeitet nicht mehr mit Vorstands-Pressesprecher zusammen

Im Vorstand der AfD gilt Parteichefin Frauke Petry als zunehmend isoliert. Dafür gibt es nun ein weiteres Indiz - sie stellt die Zusammenarbeit mit Parteipressesprecher Christian Lüth ein.

Die AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen (r.) mit Parteipressesprecher Christian Lüth (l.) Mitte März in Berlin
DPA

Die AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen (r.) mit Parteipressesprecher Christian Lüth (l.) Mitte März in Berlin


Frauke Petry wird nicht mehr vom Pressesprecher der AfD-Bundesführung, Christian Lüth, vertreten. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die übrigen Mitglieder des Bundesvorstands seien dieser Entscheidung nicht gefolgt, die Parteispitze spricht also nicht mehr mit einer Stimme. Petry habe sich entschieden, die Pressearbeit für ihre Person selbst in die Hand zu nehmen.

Petry begründete ihre Entscheidung mit Kritik an Lüths Arbeit, die übrigen Bundesvorstandsmitglieder schlossen sich dieser Kritik nach Informationen der Zeitung jedoch nicht an. Lüth bestätigte den Vorgang auf Anfrage: "Ich arbeite sehr gerne mit Frauke Petry zusammen. Trotzdem hat sie sich entschieden, die Pressearbeit für ihre Person selbst in die Hand zu nehmen. Ich spreche nun als Bundespressesprecher für die zwölf anderen Bundesvorstandsmitglieder", sagte Lüth der "FAZ".

Nach einem Interview von Petry und ihrem Lebensgefährten Marcus Pretzell in der Zeitschrift "Bunte", in dem Petry die AfD-Bundesvorstandsmitglieder Beatrix von Storch und Alexander Gauland scharf kritisiert hatte, hatte das Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg bereits gesagt: "Man merkt daran die Spannungen, die da sind."

Das Verhältnis Petrys zu Teilen der eigenen Partei ist seit Längerem gestört. Auch in der Parteiführung war die Amtsführung von Petry zuletzt immer offener kritisiert worden. Ihr wird vorgehalten, sich nicht an Absprachen zu halten oder Alleingänge zu starten.


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lgr/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 80 Beiträge
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Seite 1
spon_2984056 25.03.2016
1. Immer wieder mal zugucken wie sich eine Partei zerlegt.
Na das kennen wir doch alles schon: Statt-Partei, Piraten, NPD, neuderdings als afd usw. etc. pp. Die afd erreicht langsam auch den Gipfel ihrer kompletten Inkompetenz. Gratuliere. Weiter so ! Gruß Johannes
globalundnichtanders 25.03.2016
2. Wie erwartet
Sie beginnend sich zu zerlegen... Und Frau Kepetry wird als eine der ersten gehen. Dann marschiert die "A"fd noch weiter nach rechts und verschwindet sehr schnell wieder vom Bildschirm.
mielforte 25.03.2016
3. Platz für Meuthen,
denn die Dame hat die "Mühen der Ebene" für die Partei glänzend bewältigt und darf jetzt gehen. Eine logische Entwicklung, meine ich. Das rechte Standbein der CDU schält sich zur neoliberalen Unternehmerpartei um für spätere Koalitionen bestens vorbereitet zu sein.
radamriese 25.03.2016
4. sie wird ihre Gründe haben
wieviele Pressesprecher hat Cdu, oder Spd entlassen, da wurde aber nicht von Zerlegung gesprochen. Der Bashing der AFD bringt Nichts. Sie ist einfach im Kommen.
wetterbericht 25.03.2016
5. AfD verdient uneingeschränktes Vertrauen ...
... insgesamt ein sehr, sehr homogener Eindruck, den die Damen und Herren der AfD dem geneigten Wechselwähler vermitteln ... u.a. geleakte Entwürfe vom Parteiprogramm, für dessen "problematischen Inhalt" (Kürzung von Sozialleistungen uvm. / u.a. auch Freigabe von Drogen ?! ;) ) niemand verantwortlich zeichnet; inklusive dessen prompte Entschärfung, um die Hauptwählerschaft der Arbeiter und Arbeitsuchenden nicht zu verprellen ... ein Schelm, wer Opportunistisches dabei denkt ...dann: "der Landesverband Saarland hatte Kontakte in die rechtsextreme Szene, die Bundes-AfD beschloss daher die Auflösung" - will sagen, die "AfD distanziert sich auf's Deutlichste vom Vorwurf des Rassismus und der Demokratie-Feindlichkeit" usw. ... und schließlich: erneute pietätvolle Kommentare der (AfD-) Dame Storch im Zusammenhang mit Terroranschlägen in Belgien... So wird unser Land garantiert schöner, gerechter, sozialer, demokratischer und menschenfreundlicher.... 1000 Dank, dass ihr 1000 Jahre Deutschland nicht hergebt!
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