AfD Frauke Petry will Flüchtlinge auf Inseln abschieben

Australien betreibt Lager auf Inseln, in denen Bootsflüchtlinge ausharren müssen. AfD-Chefin Frauke Petry will diesem Beispiel folgen.

Frauke Petry (AfD)
DPA

Frauke Petry (AfD)


AfD-Chefin Frauke Petry will abgelehnte Asylbewerber und illegal Eingereiste auf Inseln außerhalb Europas abschieben. In einem Interview mit "Bild.de" (kostenpflichtig) forderte sie, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in eine "Rückwanderungsbehörde" umzuwandeln. "Diese bringt dann die illegalen Migranten und abgelehnten Asylbewerber auf zwei von der Uno geschützten Inseln außerhalb Europas unter."

Dabei sollten allein reisende Männer von Frauen beziehungsweise Familien getrennt werden. "Das ist kostengünstiger und vor allem für die Frauen sicherer als die aktuelle Praxis", so Petry. Welche Inseln die Flüchtlinge nach ihren Vorstellungen aufnehmen sollten, sagte die AfD-Chefin dem Bericht zufolge nicht.

Australien unterhält auf der Pazifikinsel Nauru und auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea Lager für Asylsuchende, die versuchen, per Boot nach Australien zu gelangen und auf offenem Meer abgefangen werden. Menschenrechtler haben kürzlich die Misshandlung von Flüchtlingen in diesen Lagern kritisiert.

Vergangene Woche hatte der österreichische Außenminister Sebastian Kurz ebenfalls darauf gedrängt, Australiens Flüchtlingspolitik nachzuahmen. Die EU brauche dafür zunächst "eine wirkliche Grenz- und Küstenwache", sagte der Politiker der konservativen ÖVP. Wer an den Außengrenzen aufgegriffen werde, müsse auf Inseln versorgt und in sein Herkunftsland oder ein sicheres Transitland gebracht werde.

wbr/rtr/dpa



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