Ex-AfD-Vorsitzende Petry will mit "Die Blaue Partei" die Union angreifen

Vor allem als konservative Partei will Frauke Petry ihre "Die Blaue Partei" verstanden wissen - und als Alternative für verprellte Anhänger ihrer ehemaligen Partei AfD. In einem Interview gab sie nun weitere Details zu ihren Plänen bekannt.

Frauke Petry
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Frauke Petry


Nachdem die AfD kurz nach der Bundestagswahl ohne ihre Ko-Vorsitzende dastand, hat Frauke Petry mit ihrer neuen Partei "Die Blaue Partei" offenbar schon die nächsten Abstimmungen im Blick: "Wir werden 2019 bei der Landtagswahl in Sachsen und spätestens 2021 bei der Bundestagswahl sehen, welcher Politik die Wähler ihre Stimme geben", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

In dem Interview bestätigte sie damit auch die Gründung ihres Parteiprojekts. Das Datum dafür ist beim Bundeswahlleiter mit dem 17. September angegeben - und liegt damit vor der Bundestagswahl.

Laut Petry sollen sich bei "Die Blaue Partei" enttäuschte konservative Wähler zusammenfinden, denen die AfD zu weit rechts steht. Offenbar aber auch Unionsanhänger: "Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa. Blau ist die Farbe, die zuerst die CSU in Bayern politisch populär gemacht hat. Daran gilt es bundesweit anzuknüpfen."

Begleitend dazu wollen Petry und ihre Mitstreiter ein Bürgerforum "Blaue Wende" ins Leben rufen, "in dem man sich mit und ohne Parteibuch unabhängig von der Farbe engagieren kann", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk. Damit soll bereits im November begonnen werden.

Die Politikerin betonte, ihre Mandate im Bundestag und im sächsischen Landtag behalten zu wollen, die sie als AfD-Kandidatin errungen hatte. "Das Mandat, auch wenn es mit Parteimitteln errungen wurde, ist kein Eigentum der Partei. Ein freies Mandat beinhaltet eine Loyalität dem Wähler gegenüber", sagte sie.

Petry hatte bei der Bundestagswahl vom 24. September ein Direktmandat errungen und einen Tag später ihren Austritt aus der AfD-Fraktion bekanntgegeben.

vks/dpa

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