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Mutmaßlicher Anschlag in Freital: Täter warfen verbotenen Böller in Politiker-Auto

Linken-Politiker Richter: Hetze in einschlägigen Facebook-Gruppen Zur Großansicht
DPA

Linken-Politiker Richter: Hetze in einschlägigen Facebook-Gruppen

Nach dem Anschlag auf ein Politiker-Auto in Freital haben die Ermittler neue Erkenntnisse präsentiert. Die Täter hatten demnach die Explosion mit einem Feuerwerkskörper verursacht. Informationen zu ihrem Motiv gibt es noch nicht.

Mit einem verbotenen Böller haben Unbekannte eine Explosion in dem Auto eines Linken-Politikers in Freital ausgelöst. Das gab die Polizei nun bekannt. Bislang war im Zusammenhang mit dem Anschlag am Montag von einem Sprengsatz die Rede gewesen. Die Ermittlungen des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) haben nun ergeben, dass die Täter eine Scheibe des Wagens eingeschlagen und den Böller in das Innere des Autos geworfen hatten.

Das "pyrotechnische Erzeugnis" sei in Deutschland nicht zugelassen, teilte die Polizei mit. Weitere Details wollte das OAZ nicht nennen. Laut einem Bericht der "Mopo24" war in der Nacht zum Montag ein lauter Knall zu hören, über dem Auto habe es eine schwarze Rauchwolke gegeben.

Das Fahrzeug gehört dem Kommunalpolitiker Michael Richter (Linke) und wurde bei dem Anschlag stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Richter, der sich auch für Flüchtlinge einsetzt, vermutet einen rechtsextremen Hintergrund. In einschlägigen Facebook-Gruppen wird seit Wochen gegen ihn gehetzt. Laut Polizei gibt es jedoch noch keine Hinweise auf Motiv und Täter.

In der knapp 40.000 Einwohner großen Stadt Freital hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder rassistische Proteste gegen Asylbewerber gegeben. Anfang Juli führte eine Bürgerversammlung zu heftigen Tumulten: Asylgegner brüllten Andersdenkende nieder und wurden handgreiflich.

vks/dpa

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