Mutmaßlicher Anschlag in Freital Explosion zerstört Auto von Linken-Politiker

Freital kommt nach den Protesten gegen ein Asylbewerberheim nicht zur Ruhe: Nun ist offenbar ein Sprengsatz an einem Auto explodiert. Die Polizei ermittelt. Das Fahrzeug gehörte dem Linken-Fraktionschef der Stadt.

Ortseingangsschild von Freital: "Es hat eine Explosion gegeben"
DPA

Ortseingangsschild von Freital: "Es hat eine Explosion gegeben"


Bei einem mutmaßlichen Sprengstoffanschlag ist das Auto eines Kommunalpolitikers der Linken in Freital in Sachsen demoliert worden. "Es hat eine Explosion gegeben, dabei wurde ein parkendes Fahrzeug beschädigt", sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Es werde wegen des Verdachts eines Anschlags ermittelt. Laut einem Bericht der "Mopo24" war in der Nacht zum Montag ein lauter Knall zu hören, über dem Auto habe es eine schwarze Rauchwolke gegeben.

"Die Polizei ermittelt in Richtung eines Sprengstoffanschlags und hat das Auto von Michael Richter beschlagnahmt", sagte ein Sprecher des Kreisverbandes der Linken SPIEGEL ONLINE. Der Anschlag ereignete sich gegen 0.45 Uhr. Alle Scheiben des Autos waren kaputt. Verletzt wurde niemand.

Richter demonstrierte nach der Tat Entschlossenheit: "Wir können die Straße, wir können die Meinungsführerschaft nicht denen überlassen, die offen Hass gegen Menschen propagieren", sagte der Linken-Politiker. Einschlägige Facebook-Gruppen hetzen seit Wochen gegen Richter - nun sind Fotos seines beschädigten Autos aufgetaucht. Bisher bekannte sich niemand zu der Tat.

In der knapp 40.000 Einwohner großen Stadt kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu rassistischen Protesten gegen Asylbewerber. Anfang Juli führte eine Bürgerversammlung zu heftigen Tumulten: Asylgegner brüllten Andersdenkende nieder und wurden auch handgreiflich.

kry/vek/dpa



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