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28. Dezember 2011, 16:04 Uhr

Freiwilligendienst

Der Zivi geht, der Bufdi kommt

Der Bundesfreiwilligendienst wird unerwartet gut angenommen: Nach ersten Startschwierigkeiten haben sich seit Juli bereits mehr als 25.000 Menschen für den Zivildienst-Ersatz angemeldet - unter den Freiwilligen sind auch Ältere überraschend stark vertreten.

Köln/Koblenz - Ein halbes Jahr nach seiner Einführung wird der Bundesfreiwilligendienst bereits als Erfolg gefeiert. Bis Weihnachten wurden nach Angaben des Kölner Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben 26.240 Verträge für die sogenannten "Bufdis" abgeschlossen.

"Es gibt niemanden, der mit einer so hohen Anzahl gerechnet hätte", sagte der Sprecher des Amtes in Köln, Josef Opladen. Die Entwicklung sei daher "schon sehr positiv". Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ist nach dem ersten Halbjahr zufrieden: "Mit dem Bundesfreiwilligendienst haben wir für alle Altersklassen ein vielfältiges Angebot geschaffen. Und das wird genutzt - allen Unkenrufen zum Trotz", sagte sie gegenüber der "Rhein-Zeitung".

Angesichts dieser Zahlen hält Schröder die von ihr ausgegebene Marke von jährlich 35.000 "Bufdis" für erreichbar. Im Gegensatz zum Zivildienst, der am 31. Dezember endgültig ausläuft, gibt es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersbegrenzung.

So sind zum Beispiel 20 Prozent der freiwilligen Helfer beim Paritätischen Wohlfahrtsverband über 30 Jahre alt - jeder zweite von ihnen sei im Rentenalter, sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. "Das reicht vom Studienabsolventen, der sich nun erst einmal orientieren will in der Praxis, bis hin zum 72-jährigen Rentner, der Lust hat, sich einer sinnvollen Aufgabe zu widmen."

Auf dem Land sind Bufdi-Stellen noch unterbesetzt

Stellen in Pflegeheimen seien relativ schwierig zu besetzen, doch das sei bei den Zivildienstleistenden genauso gewesen. "Es war immer ein ganz großes Problem, dass junge Menschen natürlich lieber in den Kindergarten wollen als dass sie sich der sehr schweren Arbeit des Umgangs mit pflegebedürftigen Menschen hingeben wollen", sagte Schneider.

Offenbar gibt es auch noch deutliche Unterschiede zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen. Während in Großstädten die Angebote genutzt würden, gebe es laut der "Rhein-Zeitung" in sozialen Einrichtungen auf dem Land nach Aussetzung des Zivildienstes noch zu wenig "Bufdis".

Der Bundesfreiwilligendienst ersetzt - zumindest in Teilen - den mit Ende der Wehrpflicht ebenfalls auslaufenden Zivildienst. Der Hauptunterschied besteht darin, dass der Bundesfreiwilligendienst kein Pflichtdienst ist. Er ist ein Angebot - und zwar an alle: Frauen und Männer, Junge und Alte, Deutsche und Ausländer.

Sie können eine Zeit lang in Krankenhäusern oder Behindertenheimen, aber auch im Bildungs-, Sport- oder Kulturbereich mitarbeiten. Der Dienst dauert in der Regel ein Jahr, man kann ihn aber auch auf zwei Jahre verlängern oder auf ein halbes Jahr verkürzen. Für ihre Arbeit erhalten die "Bufdis" ein Taschengeld von bis zu 330 Euro, manche Träger stellen dazu aber auch Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.

lgr/dpa

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