CDU Kramp-Karrenbauer dämpft Merz' Ambitionen auf Ministerposten

Kühle Absage an Friedrich Merz: Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht ihren Konkurrenten nicht als Minister - anders als er selbst. Ihre Wortwahl hat es in sich.

Friedrich Merz, Annegret-Kramp Karrenbauer (im November)
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Friedrich Merz, Annegret-Kramp Karrenbauer (im November)


Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer macht ihrem vormaligen Konkurrenten um das Amt, Friedrich Merz, keine Hoffnungen auf einen Ministerposten. Sie habe beim letzten Kabinettsfrühstück durchgezählt und festgestellt: "Das Kabinett war vollzählig", sagte Kramp-Karrenbauer der "Zeit". "Es gibt da also für die Kanzlerin keinen Handlungsbedarf."

Ex-Unionsfraktionschef Merz hatte in einer Kampfabstimmung auf dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember knapp gegen Kramp-Karrenbauer verloren. Hinterher zeigte er sich offen für ein Ministeramt. Darauf hatte bereits Regierungssprecher Steffen Seibert mit einer Absage reagiert: "Die Bundeskanzlerin plant keine Kabinettsumbildung."

Die CDU-Vorsitzende sagte der "Zeit" über ein Gespräch zwischen ihr und Merz: "Unser Gespräch war vertraulich, aber eines kann man sagen: Es ging nicht um die Frage, Minister oder gar nichts. Das würde die Partei auch nicht schätzen."

Kramp-Karrenbauer betonte in der Zeitung zudem, dass es keinen Bruch zwischen Angela Merkel und ihr gebe, weil die Kanzlerin sie nicht über ihren Rückzug vom Parteivorsitz informiert hatte. "Als ich Generalsekretärin wurde, habe ich Angela Merkel ausdrücklich darum gebeten, nicht in ihre persönlichen Planungen einbezogen zu werden." Sie habe frei im Kopf sein wollen. "Insofern war es in Ordnung, dass die Kanzlerin auch mich an jenem Montag überrascht hat."

Dass Friedrich Merz innerhalb der CDU noch nicht abgeschrieben ist, zeigt allerdings eine andere Äußerung: EU-Kommissar Günther Oettinger sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er könne sich Merz als Kanzlerkandidaten vorstellen. Zwar habe CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer das erste Zugriffsrecht. Doch es gebe dabei "keinen Automatismus".

wal/dpa



insgesamt 356 Beiträge
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jo125 26.12.2018
1. Bloß nicht!
Bloß nicht Kramf-Karrenbauer als Kanzlerin. Die Merkel-Jahre haben mehr als gereicht. Da braucht es keinen zweiten Aufguss. Friedrich, sieh zu!
quark2@mailinator.com 26.12.2018
2.
Wer beruft eigentlich Minister ? Die Partei, die Fraktion, der Bundestag, das Kabinet oder die Kanzlerin ? Immer lustig, wenn die Mechanismen der Demokratie nach Lust und Laune umgangen werden.
ingo.adlung 26.12.2018
3. Wenn Herr Merz es Herrn Spahn gleich getan hätte ...
... und für das CDU Präsidium kandidiert hätte und Bereitschaft gezeigt hätte in der CDU Verantwortung zu übernehmen, dann hätte er sich alle Optionen offen gehalten, selbst eine auf einen Ministerposten. Aber er ist abermals beleidigt vor der Verantwortung geflüchtet und möchte nun Minister werden. Bravo, tolles Vorbild!
adam01 26.12.2018
4. Merz
würde Schwung in diese langweilige Truppe bringen. Nun ja, die Umfragenwerte werden weiter nach unten gehen. Schade um diese ehemalige Volkspartei.
accie 26.12.2018
5. was soll der unsinn!
Alle Versager machen Werbung für F. Merz. Merz ist weder als Kanzler noch als Minister gewünscht. Er ist verlängerter Arm der Wirtschaft und wir wissen genau wo es endet. Harz Gesetze lässt sich Grüßen. Nein Danke.
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