Kandidat für CDU-Vorsitz Merz nennt AfD "offen nationalsozialistisch"

Scharfe Attacke gegen rechts: Friedrich Merz hat Koalitionen mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Die Partei zeige "antisemitische Untertöne".

Friedrich Merz
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Friedrich Merz, ehemaliger CDU-Fraktionschef und Bewerber um den Parteivorsitz der Christdemokraten, hat die AfD in einem Radiointerview hart attackiert. Die AfD sei "offen nationalsozialistisch", sagte Merz dem öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender WDR 5.

Auf die Frage nach möglichen Koalitionspartnern der CDU sagte Merz, er schließe "absolut und vollkommen aus", dass man sich der AfD "in dieser gegenwärtigen Verfassung zuwendet".

Viele Wähler hätten sich dorthin begeben, die wolle man zurückgewinnen. Eine Partei aber, die "offen nationalsozialistisch" und mit "antisemitischen Untertönen" auffalle, sei kein Partner. Auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei schließe er "absolut und vollkommen" aus.

Mit Bezug auf die aktuelle Titelgeschichte des SPIEGEL sagte Merz, er sei "nicht der Anti-Merkel". Es würden "Widersprüche konstruiert", gemeinsam mit Angela Merkel stelle er sich die Frage, wohin sich die CDU entwickeln müsse.

Auf die Frage, ob die CDU eine Partei der Mitte sei und bleibe, sagte Merz: Umwelt und Naturschutz sowie der Rechtsstaat seien ihm wichtig, und Europa dürfe nicht scheitern. An der CDU als "Partei der Mitte" könne es "keinen Zweifel geben".

Im Video: Wie rechts ist die AfD?

dbate.de

cht

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insgesamt 110 Beiträge
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Flauschie 12.11.2018
1. Na endlich ...
... sagt es mal einer, wie es ist.
mannakn 12.11.2018
2. Vollkommen richtig, Herr Merz....
....und deswegen muss in einem Deutschland, das sich seiner Geschichte erinnert die AfD verboten und die Mitgliedschaft in ihr unter Strafe gestellt werden, nichts weniger.
Trollfrühstücker 12.11.2018
3. Endlich mal Klartext
Herr Merz ist mir gerade etwas sympathischer geworden. Anders als Merkel, die in Schockstarre zusieht, wie die AfD die Republik zerfleddert, benennt er die AfD beim Namen: offen nationalsozialistisch.
gedoens 12.11.2018
4. Das hört sich nach einem an,
der über eine Haltung verfügt und zudem Tacheles redet. Was den zweiten Punkt angeht, unterscheidet er sich von Merkel (mit ein paar Ausnahmen).
werzahltsderkleinemann 12.11.2018
5. Merz offen unwählbar
Es ist ja schon verständlich, dass Herr Merz mit starken Worten seinen Kampf um den CDU-Vorsitz einläuten will. Nur hat er sich hier wohl deutlich im Ton vergriffen. Eine demokratische Partei, die momentan von etwa 15% der Bevölkerung unterstützt wird als ‘offen nationalsozialistisch’ zu bezeichnen ist nicht nur populistisch, sondern grenzt an den Tatbestand der Volksverhetzung. Kann er für diese Beschuldigung irgendwelche Beweise vorlegen? Kein guter Einstand.
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