Merz über Umgang mit Rechten "Teile der CDU unterschätzen die politische Gefahr, die von der AfD ausgeht"

Parteifreunde reagierten verärgert, doch Friedrich Merz bekräftigt seine Kritik: Teile der CDU unterschätzten die AfD, warnt der mögliche Merkel-Nachfolger im SPIEGEL. Er habe die Strategie, um die Rechten zu stoppen.

Friedrich Merz (bei der CDU-Regionalkonferenz in Düsseldorf)
Sascha Steinbach/ EPA-EFE/ REX

Friedrich Merz (bei der CDU-Regionalkonferenz in Düsseldorf)


Der Kandidat für das Amt des CDU-Vorsitzenden, Friedrich Merz, hat die Strategie seiner Partei im Umgang mit der AfD erneut kritisiert. "Teile der CDU unterschätzen die politische Gefahr, die von der AfD ausgeht", sagte Merz dem SPIEGEL. "Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass die AfD in 16 Landtagen sitzt und mit 12,6 Prozent im Bundestag. Ich jedenfalls nehme das nicht hin. Und ich trau mir zu, das zu ändern." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Er kandidiere auch deshalb um den Parteivorsitz, so Merz, weil er das Gefühl habe, die richtige Strategie zu haben, die AfD wieder zu stoppen, die CDU zu führen, spannende Debatten zu ermöglichen und sie zugleich zusammenzuhalten: "Früher haben wir gesagt: Wir wollen 40 plus x. Dann hieß es: 30 plus x. Und heute sagen wir: Es reicht, wenn man ohne uns nicht regieren kann. Mir reicht das nicht."

Vor einer Woche hatte Merz seiner Partei vorgeworfen, den Aufstieg der AfD "mit einem Achselzucken" hingenommen zu haben. Seine Konkurrentin um den Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, hatte dies bestritten und Merz für dessen Aussage kritisiert. "Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter, wenn in diesem Land Leute mit dem Hitlergruß durch die Gegend laufen", sagte Merz dem SPIEGEL. "Da müssen wir doch was dagegensetzen. Das ist das, was mich umtreibt und antreibt."

"Ich bin jetzt 63, ich muss mir nichts mehr beweisen", sagte Merz. "Ich muss auch nicht meine Eitelkeit bedienen." Er habe sich auch deshalb zur Kandidatur entschlossen, weil er gemerkt habe, dass es in der Partei immer noch eine tolle Resonanz für ihn gebe.

Merz verteidigte zugleich seinen Rückzug aus der Politik im Jahre 2009. Mit Blick auf seine Differenzen mit Angela Merkel sagt er: "Ich habe der Union einen jahrelangen Konflikt erspart." Über sein heutiges Verhältnis zu Merkel sagte der Kandidat: "Dass ich manches sicher etwas anders gehandhabt hätte, weiß jeder. Das ist aber ein Thema von gestern und ändert nichts an meinem Respekt."

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mfk



insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
reswer 01.12.2018
1. Klar müssen die gestoppt werden!
Teile der CDU unterschätzten die AfD, warnt der mögliche Merkel-Nachfolger im SPIEGEL. Er habe die Strategie, um die Rechten zu stoppen. Recht hat er.....dieses muss jedem CDUler klar sein!
mhuz 01.12.2018
2.
Das mag ja alles richtig sein, nur was wollen sie machen ? Die, die die AfD wollen, wollen eine Politik der Abschottung und der Oberen. Wenn ja, dann müßten sie sie rechts Überholen und das sollen sie ja nicht.Wenn sie Links Überholen, verliert die anderen Parteien aber nicht die AfD (mit großem F wäre es Arbeitsgemeinschaft für Friedhöfe und Denkmäler ).
franxinatra 01.12.2018
3. JEDES Land hat diese Form innerer Bedrohung
Dafür kann man sich, wie scheinbar Merz, vor deren Karren spannen lassen; oder man kann durch unermüdliche parlamentarische Fleißarbeit undemokratischen Kräften die Stirn bieten.
interessierter Laie 01.12.2018
4. richtiger Kandidat
man sieht übrigens in der Union schon dieselben Phänomene wie in der SPD. Vertriebenenverbände waren immer im rechten Flügel der Union, aber dort gut aufgehoben. Die Spätaussiedler ebenso. So wie die Gewerkschaften immer in der SPD waren - im linken Flügel aber stets treu. Beide Parteien sind in die Mitte gerückt und prompt sind diese Säulen weggebrochen. Ich will keine Nazis in der Union und vermutlich will die SPD auch keine Linksradikalen. Aber beide müssen es wieder schaffen, die Leute abzuholen, die im Spektrum der Demokraten am Rand stehen. Es ist fatal, diese Leute aufzugeben.
Papazaca 01.12.2018
5. Merz hat recht. Auch der Niedergang der SPD ...
macht das mit den Absplitterungen durch GRÜNE und LINKE deutlich. Und ja, Merkel hat sich den Titel Mutter der AfD redlich verdient. Und AKK hat dazu beigetragen, ist mitverantwortlich an einer 27% CDU. Und mit einer Merkel Light ist keine Einsicht in vergangene Fehler in Sicht.
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