Friendly Fire Deutsche Fregatte beschießt sich selbst

Der Schuss ging nach hinten los: Durch ein Geschoss aus der eigenen Bordkanone hat sich die deutsche Fregatte "Lübeck" bei einer Ausbildungsfahrt vor der britischen Küste selbst beschädigt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.


Oldenburg - Volle Deckung hieß es am Nachmittag des 2. Mai an Bord der Fregatte "Lübeck", die zur Einsatzausbildung vor dem britischen Marinestützpunkt Plymouth unterwegs war: Nach einer technischen Störung löste sich aus einer Bordkanone ein Schuss - ausgerechnet als das Kanonenrohr auf das eigene Schiff zielte. Ein Sprecher der Marine bestätigte heute SPIEGEL ONLINE den Zwischenfall, über den die "Nordwest-Zeitung" berichtet hatte.

Fregatte "Lübeck" am Haken eines Schleppers (Archivbild): Selbstbeschuss nach technischer Störung
DPA

Fregatte "Lübeck" am Haken eines Schleppers (Archivbild): Selbstbeschuss nach technischer Störung

Nach Angaben von Korvettenkapitän Jan Ströhmer vom Flottenkommando in Glücksburg traf das 76-Millimeter-Geschoss die Fregatte am Bug in der Nähe des Ankerspills. Offenbar hatte es während eines sogenannten Luftzielschießens, bei dem Flugzeuge oder Drohnen ein Banner als Ziel hinter sich herziehen, ein Problem mit der Kanone gegeben, möglicherweise eine Ladehemmung. Als die Besatzung das Geschütz untersuchen wollte, löste sich der Schuss. Ob es sich um scharfe oder Übungsmunition handelte, ist noch unklar. Verletzt wurde nach Angaben der Marine niemand.

Auch habe der Schaden, dessen genaues Ausmaß noch unbekannt sei, die Seetüchtigkeit der "Lübeck" nicht beeinträchtigt, sagte Strömer weiter. Die Fregatte sei nach dem Zwischenfall in ihren Heimathafen nach Wilhelmshaven zurückgekehrt, wo der Schaden seit vergangenen Freitag begutachtet und behoben werde.

Die Fregatte hatte am so genannten German Operational Sea Training (Gost) teilgenommen. Dieses Ausbildungsprogramm vor Plymouth müssen alle Fregatten regelmäßig absolvieren, um einen entsprechenden Einsatzstatus für internationale Operationen zu erhalten.

Ende Februar war ein Minensuchboot der Deutschen Marine mit 42 Mann Besatzung an Bord vor der norwegischen Westküste bei Ebbe auf einen Felsen gelaufen. Als wahrscheinliche Ursache nannte die Rettungszentrale seinerzeit "Fehlnavigation". Zum Unfall-Zeitpunkt herrschte starkes Schneetreiben.

phw/dpa/ddp



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