Sachsen-Anhalt Ehemaliger SPD-Ministerpräsident Reinhard Höppner gestorben

Der ehemalige SPD-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, ist in der Nacht zum Montag gestorben. Er erlag einer schweren Krankheit.

Reinhard Höppner: Engagierte sich für die evangelische Kirche
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Reinhard Höppner: Engagierte sich für die evangelische Kirche


Reinhard Höppner (65), der frühere SPD-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, ist in der Nacht zum Montag gestorben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa vom ehemaligen Regierungssprecher und Höppner-Vertrauten Franz Stänner. Der SPD-Politiker war von 1994 bis 2002 Regierungschef von Sachsen-Anhalt.

Obwohl er schon seit Jahren nicht mehr bundespolitisch in Erscheinung getreten war, hatte Höppner in der SPD bis zuletzt Bedeutung. Seine strategische Entscheidung, 1994 in Sachsen-Anhalt eine rot-grüne Minderheitsregierung zu wagen und sich von der PDS tolerieren zu lassen, hatte einst für heftige Diskussionen gesorgt, gilt aber als Vorbild für die erste Minderheitsregierung von Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen. Die Erfahrungen mit dem sogenannten "Magdeburger Modell" sind auch der Grund dafür, dass manche Sozialdemokraten inzwischen sogar eine Minderheitsregierung auf Bundesebene für denkbar halten.

Der studierte Mathematiker Höppner war bereits 1989 in die damals gerade gegründete SPD der DDR eingetreten. 2006 beendete der Sohn eines evangelischen Pfarrers seine politische Karriere und engagierte sich unter anderem im Vorstand der Evangelischen Akademie Wittenberg. 2007 war Höppner Präsident des Evangelischen Kirchentages

Höppner war bereits vor Jahren an Krebs erkrankt und immer wieder operiert worden. Er hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder.

mak/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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friedrich_eckard 09.06.2014
1.
Wenn es künftig in anderen Ländern oder auch im Bund rotrote oder rotrotgrüne Zusammenarbeit geben wird, dann werden die Beteiligten durch eine Tür gehen, die Reinhard Höppner aufgestossen hat, und dies zu einem Zeitpunkt, als dazu wirklich noch Mut gehörte. Das sollte ihm nicht vergessen werden. Es wäre ihm ein längeres Leben zu gönnen gewesen und eines, das nicht in jahrelanger schwerer Krankheit und jahrelangem Leiden zu Ende gehen musste. Ehre seinem Andenken!
spmc-122226439819235 09.06.2014
2. Einer der wenigen mit Charakter
Sein Alleinstellungsmerkmal die Paarung von Intelligenz und Charakter fussend auf festen Lebensmaximen haben auch zur Alleinstellung geführt,keine regierende Massenpartei in Deutschland beherb erg gern solche Leute ,sie heben sich von den anderen 99,9 % ab, sie sind Sörenfriede im politischen Hinterzimmergeschäft - Verbeugung Herr Höppner !
Oscar Madison 09.06.2014
3. Rot Rot
.... Diese Tür wird hoffentlich im Bund auf lange Zeit verschlossen bleiben.... Herr Höppner war ein integrer und aufrechter Mensch. Möge er seine Ruhe finden.
Berg 09.06.2014
4.
Zitat von friedrich_eckardWenn es künftig in anderen Ländern oder auch im Bund rotrote oder rotrotgrüne Zusammenarbeit geben wird, dann werden die Beteiligten durch eine Tür gehen, die Reinhard Höppner aufgestossen hat, und dies zu einem Zeitpunkt, als dazu wirklich noch Mut gehörte. Das sollte ihm nicht vergessen werden. Es wäre ihm ein längeres Leben zu gönnen gewesen und eines, das nicht in jahrelanger schwerer Krankheit und jahrelangem Leiden zu Ende gehen musste. Ehre seinem Andenken!
Ergänzung: zum Gelingen dieser Minderheitsregierung trugen zwei disziplinierte Politiker bei, Höppner und der, der ihn tolerierte: Hans-Jochen Tschiche, der leider meist vergessen wird.
WernerT 09.06.2014
5. Da ist sogar der Focus besser
Höppner war nicht irgendein SPD Politiker, wie die Überschrift sagt, sonder immerhin Ministerpräsident des Bundeslandes Sachsen-Anhalts.
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