Angst vor Übergriffen an Parteitag AfD bittet Steinmeier und de Maizière um Hilfe

Die AfD fürchtet während des Bundesparteitags in Köln massive Proteste. Linksextreme Gruppen sollen sich bereits formieren, heißt es in einem Schreiben. Die Partei hofft auf politischen Beistand.

Thomas de Maiziere Frank-Walter Steinmeier
DPA

Thomas de Maiziere Frank-Walter Steinmeier


Die Polizei erwartet mehr als 50.000 Demonstranten - und die AfD sorgt sich um die Sicherheit: Vor ihrem Bundesparteitag in Köln wendet sich die Partei wegen möglicher Ausschreitungen an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er soll die AfD-Gegner zur Mäßigung aufrufen und ihnen vermitteln, "dass Demokratie von Meinungsvielfalt, Meinungsbildung und dem offenen Diskurs lebt", heißt in einem Schreiben.

Über das Schreiben hatte zunächst die "Welt" berichtet. Demnach schrieb die AfD-Spitze einen solchen Brief auch an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Der Vorstand der rechtspopulistischen Partei warnt in ihrem Schreiben, dass sich in Köln ein breites Bündnis bis ins linksextreme Lager gegen die AfD formiert habe. Manche Gegner schreckten "sogar vor Todesdrohungen gegen das Hotelpersonal sowie Drohungen gegen das Hotel nicht zurück". Der Bundesparteitag soll am 22. und 23. April im Kölner Maritim-Hotel stattfinden.

Der Parteitag sorgt medial immer wieder für Aufmerksamkeit: Kürzlich hatte die Hotelkette Maritim beschlossen, der AfD keine Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Nun allerdings findet der Bundesparteitag der AfD doch noch einmal in Konferenzsälen des Maritim statt, weil das Unternehmen den Vertrag nicht mehr kippen konnte.

In dem Schreiben des AfD-Vorstandes an die beiden Politiker heißt es unter anderem: "Sehr geehrter Herr Bundespräsident, lassen Sie uns - bei allem was uns politisch trennt - doch den gemeinsamen Kern unserer inneren Verfasstheit gemeinsam und entschlossen verteidigen". "Wo die freie Rede nicht mehr möglich ist, da hat der demokratische Rechtsstaat, da hat die freiheitliche Republik den ersten Schritt in Richtung Totalitarismus bereits getan."

mho/dpa/AFP



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