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Fußball-WM 2014: Bundesregierung will Public Viewing auch nachts erlauben

Fanmeile in Berlin: Sonderverordnung für die Nacht geplant Zur Großansicht
AFP

Fanmeile in Berlin: Sonderverordnung für die Nacht geplant

Die Fußball-WM in Brasilien macht vielen Fans hierzulande das Leben schwer: Ein Teil der Spiele findet in der Nacht statt. Jetzt will die Bundesregierung zumindest das gemeinsame Zuschauen ermöglichen und entsprechende Gesetze ändern.

Berlin - Die Bundesregierung macht den Weg frei für nächtliche Public-Viewing-Veranstaltungen während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Das Kabinett will am Mittwoch eine Sonderverordnung für eine vorübergehende Lärmschutz-Aufweichung beschließen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag in Berlin und bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Demnach sind Übertragungen auf Großleinwänden nach 22 Uhr und in Ausnahmefällen auch nach 0 Uhr erlaubt. "Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel gehört zu einer Fußball-Weltmeisterschaft einfach dazu. Bei einem solchen Anlass halte ich Ausnahmen vom Lärmschutz für gerechtfertigt", sagte Umweltministerin Barbara Hendricks. Die Fanmeilen sollen während der WM (12. Juni bis 13. Juli) zu Sportanlagen erklärt und damit Public Viewing auf Videoleinwänden mit dem Stadionbesuch gleichgestellt werden. Die Sozialdemokratin Hendricks betonte, über die Genehmigung in jedem konkreten Fall müssten aber die Kommunen entscheiden.

Spielbeginn um 3 Uhr

Bei der WM beginnen knapp die Hälfte der 64 Begegnungen erst um 22 Uhr deutscher Zeit oder später. Grund für die Sonderverordnung ist das Bundesimmissionsschutzgesetz, wonach bei öffentlichen Veranstaltungen nach 22 Uhr in allgemeinen Wohngebieten der Geräuschpegel 40 dB(A) nicht überschreiten darf. Dieser Wert wird beim Public Viewing meistens übertroffen. Im Verordnungsentwurf wird den Kommunen ein entsprechender Ermessensspielraum für die Genehmigung eingeräumt.

Bei der Erlaubnis nächtlicher Public-Viewing-Veranstaltungen sei die Bedeutung der "öffentlichen Fernsehdarbietung, das Publikumsinteresse und die Bedeutung des Spiels für den Turnierverlauf, die Abstände zu Wohnbebauung und schutzbedürftigen Einrichtungen, die Sensibilität des Umfeldes, die technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Lärmminderung (...) sowie Umfang, Anzahl und Aufeinanderfolge der zugelassenen Ausnahmen zu berücksichtigen", heißt es im Entwurf.

Bereits im Januar hatte Hendricks betont, dass es eine Sonderregelung geben werde. Auch bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 und der Fußball-EM 2008 hatte es Ausnahmen für das Public Viewing gegeben. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Brasilien werden in der Vorrunde zehn Spiele um Mitternacht angepfiffen, eines um 3 Uhr. In der Finalrunde sind es neun Begegnungen um 22 Uhr.

ler/dpa

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Und genehmigt
Lankoron 01.04.2014
die Bundesregierung dann auch Schlafen am Arbeitsplatz? Etliche haben weder Urlaub noch sonst frei, sondern müssen morgends pünktlich zum Job antreten. Und das frisch, aufmerksam und pünktlich. Wie schützt man die Leute?
2. Brot und Spiele
schna´sel 01.04.2014
Ich bin schon lange der Meinung, dass die Wertschätzung, die dieses Business erfährt völlig unangemessen ist. Wenn unsere Bundesregierung bereit ist sogar die Gesetze zum Lärmschutz zu ändern so halte ich das für hanebüchen und nicht mehr vertretbar. Gebt dem Volk ihre Fußballmanie und sie werden die Klappe halte, wenn es darum geht wirkliches politisches Bewusstsein zu entwickeln. Ich finde es wirklich schlimm und hoffe einfach nur, dass das Spektakel möglichst schnell vorbei ist.
3. Dann hat mein Chef
aya 01.04.2014
auch sicher nichts dagegen, wenn ich wegen fehlender Nachtruhe meine Arbeit nicht so gut erledigen kann. An die Bürger, die arbeiten und Steuern zahlen, denkt keiner. Hauptsache wir sind eine Spaßgesellschaft. Saufen, grölen und Fußball gucken ist wichtiger als Nachtruhe - dann haben ja während der WM viele verzweifelt Schlaf Suchende Zeit, an Deutschland in der Nacht zu denken.
4. Gesetzesänderung?
misanthrophob 01.04.2014
Wegen eines profanen Fußballturniers?? Naja, die betrunkenen Herumgröhler wird es freuen, dass sie spät nachts den Leuten, die früh raus müssen, auf die Nerven gehen können.
5. Schauen
zickezackehoihoihoi 01.04.2014
Zitat von Lankorondie Bundesregierung dann auch Schlafen am Arbeitsplatz? Etliche haben weder Urlaub noch sonst frei, sondern müssen morgends pünktlich zum Job antreten. Und das frisch, aufmerksam und pünktlich. Wie schützt man die Leute?
Sie mal auf den Kalender.
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