G-8-Gipfel Bahn macht ihre Schaffner zu Hilfspolizisten

Weisung von ganz oben: Einem Papier der Deutschen Bahn zufolge sollen Mitarbeiter größere Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern der Polizei melden - schließlich könnten es G-8-Protestler sein.


Hamburg - Dies entspreche der "geübten Praxis" bei Großereignissen wie Kirchentagen, der Love Parade oder Fußballspielen, sagte ein Bahnsprecher heute in Berlin. Er reagierte damit auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", demzufolge Zugbegleiter in Fernzügen angewiesen sind, potenzielle Demonstrantengruppen zu melden.

In einer Weisung an das Zugpersonal, aus der das Blatt zitiert, heißt es: "Da die globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu identifizieren ist", sei "anlassbezogen eine Vormeldung von größeren Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern (z.B. Rostock) an interne Stellen vorzunehmen". Weiter heißt es: "Möglichem Gefahrenpotenzial" sei durch "polizeiliche bzw. betriebliche Maßnahmen frühzeitig und konsequent entgegenzuwirken".

Der Bahnsprecher erklärte dazu, auch zur Disposition des eigenen Servicepersonals in Zügen und an Bahnhöfen sei die Information über größere Reiseströme notwendig. Es gehe auch darum, gegebenenfalls zusätzliche Wagen einzusetzen. Außerdem sei es bei Großveranstaltungen üblich, die Bundes- oder Landespolizei darüber zu informieren, wo mit Störungen zu rechnen sei.

Wegen des erwarteten Andrangs bei der Demonstration gegen den G-8-Gipfel an diesem Samstag in Rostock setzt die Bahn einen Sonderzug aus Berlin ein.

flo/dpa

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