G20-Gipfel Merkel erhält Unterstützung von EU-Partnern

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor dem G20-Gipfel mit den anderen Europäern getroffen. Das Ziel: Geschlossenheit demonstrieren - und sich gemeinsam auf die schwierigen Gespräche einschwören.

Europäische Staats- und Regierungschefs in Berlin
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Europäische Staats- und Regierungschefs in Berlin


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem G20-Gipfel in Hamburg von zahlreichen europäischen Staats- und Regierungschefs Rückendeckung für ihre Agenda erhalten.

"Wir wollen als europäische Teilnehmer auf dem G20-Gipfel gemeinsam einen Beitrag dazu leisten, dass wir ein entschlossenes Handeln für die Sorgen, für die Aufgaben der Welt von G20 aus aussenden", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Vorbereitungstreffen mit den europäischen G20-Teilnehmern in Berlin.

Europäisches Vorbereitungstreffen für G20-Gipfel

In der kommenden Woche empfängt die Kanzlerin US-Präsident Donald Trump und 18 weitere Staats- und Regierungschefs in Hamburg zum G20-Gipfel. Dieser steht unter dem Motto "Eine vernetzte Welt gestalten".

Man dürfe sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen, sondern müsse auch auf multilaterale Abkommen und Regeln setzen. Bereits am Donnerstagmorgen hatte auch Merkel in ihrer Regierungserklärungeine Politik der Abschottung kritisiert.

Frankreichs Präsident Macron teilte diese Meinung. Der G20-Gipfel steht seiner Meinung nach vor bislang ungekannten Herausforderungen. "Wir erleben einen Moment, der nicht dagewesen ist", sagte er. "Die internationalen Risiken waren fast nie kritischer als heute."

"Wir erleben einen Moment, der nicht dagewesen ist"

Merkel nannte neben dem Wachstum als wesentliche Ziele den Klimaschutz und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, mit dem sich die Runde im Kanzleramt während des etwa zweistündigen Treffens lange befasst habe.

Zu der Sitzung kamen neben EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk und der britischen Premierministerin Theresa May auch der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni, der niederländische Regierungschef Mark Rutte und die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Macron nannte den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen, Probleme und Herausforderungen bei Migration und Handel, den Kampf gegen den Terrorismus. Europa müsse die "gemeinsamen Güter, die uns einen, verteidigen".

Europäische G20-Staaten sagen Italien Hilfe in der Flüchtlingskrise zu

Eine Isolation der Vereinigten Staaten lehnte er aber ebenso wie Merkel ab. "Wir stehen zu Paris, aber arbeiten auch daraufhin, dass wir gemeinsame Lösungen finden", sagte die Kanzlerin.

Die Fragen und Probleme, die sich durch die Migration nach Europa ergeben, standen bei dem Treffen ebenfalls im Mittelpunkt der Beratungen. Die europäischen Teilnehmer des G20-Gipfels sagten den südlichen EU-Staaten mehr Unterstützung zu und forderten ein internationales Vorgehen gegen Schleuser.

Die EU-Kommission sei schon lange der Ansicht, "dass wir Italien und Griechenland nicht alleine lassen können in der Frage", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Beide Länder würden "heldenhafte" Arbeit leisten, so Juncker weiter.

dop/dpa/AFP



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