G20-Gipfel Hamburger liefern Polizei über tausend Fotos und Videos möglicher Straftäter

Die Polizei hat nach den schweren Krawallen der ersten G20-Gipfelnacht die Bürger der Stadt Hamburg gebeten, bei der Fahndung nach Randalierern zu helfen. Mit Erfolg.

Krawall in der Schanze
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Krawall in der Schanze


Die Gewaltexzesse am Rande des G20-Gipfels haben große Teile der Hamburger Bevölkerung entsetzt - viele Bürger wollen deshalb offenbar der Polizei helfen. Die hatte nach den Ausschreitungen für ihre Ermittlungen ein Hinweisportal im Internet eingerichtet: Inzwischen seien schon mehr als tausend Dateien eingegangen, teilte die Hamburger Polizei am Samstag auf Twitter mit.

Auf der Seite können Fotos und Videos von Straftaten von den G20-Krawallen hochgeladen werden. Dabei können die Absender ihren Namen angeben und die Situation schildern, in der die Bilder entstanden sind. Es sei aber auch möglich, anonyme Hinweise zu geben. Die Polizei erinnerte daran, nur eigene Bilder hochzuladen. YouTube und andere Quellen werte sie selbst aus.

In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten sich im Hamburger Schanzenviertel teilweise dramatische Szenen abgespielt: Stundenlang hatten rund 1500 militante G20-Gegner, insbesondere der schwarze Block, brennende Barrikaden errichtet, Fensterschrieben eingeschlagen, eine Drogerie sowie einen Supermarkt geplündert. Gegen Mitternacht rückte die Polizei mit einem massiven Aufgebot vor.

Schon seit Beginn des Gipfels kursierten in den sozialen Netzwerken immer wieder Smartphone-Videos, die zeigten, wie vermummte Personen beispielsweise Autos in Brand setzten oder andere Straftaten begingen. Besonders viele Aufnahmen gab es von dem schwarzen Mob, der am Freitagmorgen durch zwei Wohngebiete in Hamburg-Altona zog, Fensterscheiben zerstörte und Autos anzündete.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz fordert am Samstag eine harte Bestrafung der Randalierer: "Meine Hoffnung ist, dass eine der Konsequenzen sein wird, dass die Gewalttäter, die wir gefasst haben [...] mit sehr hohen Strafen rechnen müssen", sagte Scholz nach einem gemeinsamen Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Vertretern der Einsatzkräfte.

mho/dpa

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