+++ G20-Newsblog +++ Anti-G20-Demonstranten formieren sich nach Ausschreitungen neu

Unter dem Motto "Welcome to Hell" hatten G20-Gegner zu einer Demonstration in der Hamburger Innenstadt aufgerufen. Die Polizei stoppte den Zug. Jetzt entstehen neue - und auch neue Konflikte. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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Liebe Leserinnen und Leser, das war es fürs erste in diesem Newsblog. Unsere Reporter gehen allmählich nach Hause. Wir wünschen Ihnen eine gute Nacht, alle weiteren Entwicklungen der kommenden Stunden und Tage können Sie bei uns verfolgen. Als Lesestoff vorm Schlafen legen wir Ihnen noch diesen aktuellen Text ans Herz: 

Zusammenstöße zwischen Polizei und G20-Gegnern: Das ist der Gipfel - SPIEGEL ONLINE - Politik

SPIEGEL ONLINEEine geplante Großdemonstration gegen den G20-Gipfel endet in Chaos und Gewalt. Polizei und Teilnehmer beschuldigen sich gegenseitig der Eskalation. Am Ende werden es diese Bilder sein, die von Hamburg haften bleiben.
 
Gute Nacht!
Die Lage ist immer noch recht unübersichtlich, berichten unsere Reporter vor Ort. Sie scheint sich allerdings beruhigt zu haben. Laut der DPA sind Menschen an der Brücke am Schulterblatt auf Bahngleise geklettert. Der Bundespolizei zufolge wurde in dem Bereich die S-Bahn-Strecke gesperrt.
 
 
Laut Polizei ist der Pilot eines Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer geblendet worden. Dadurch habe er Augenverletzungen erlitten.
 
 
Die USA, Japan und Südkorea haben China aufgefordert, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Nach dem ersten nordkoreanischen Test einer Interkontinentalrakete kamen die Präsidenten Donald Trump, Shinzo Abe und Moon Jae-in bei einem Treffen vor dem G20-Gipfel überein, dass der Weltsicherheitsrat "schärfere Sanktionen" beschließen müsse, sagte ein japanischer Sprecher. China habe "eine äußerst wichtige Rolle zu spielen". Peking sollte diese "noch stärker" als bisher wahrnehmen.
 
Die drei Präsidenten forderten auch die G20 auf, Nordkorea auf ihrem Gipfel in der Hansestadt eine "energische Botschaft" zu senden. In dem "sehr lebendigen" Gespräch habe Japans Ministerpräsident hervorgehoben, dass es entscheidend sei, Druck auszuüben, damit Pjöngjang an den Verhandlungstisch zurückkehrt. "Aber Dialog mit Nordkorea nur um des Dialogs willen zu führen ist bedeutungslos", zitierte Abes Sprecher den Premierminister. Die japanische Seite bemühe sich um ein Treffen zwischen Abe und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels, sagte der Sprecher.
Laut Polizei wurden bei den Auschreitungen bislang mindestens 74 Beamte verletzt, etwa 60 davon leicht. Wie viele Demonstranten und Unbeteiligte Verletzungen erlitten, ist nach wie vor nicht bekannt.
Seit Stunden herrscht in großen Teilen Hamburgs ein Verkehrschaos - und daran wird sich wohl auch in der Nacht zunächst nichts ändern. Nach Angaben der Polizei wird nach Mitternacht die Ankunft weiterer Staatsgäste erwartet, der Korridor vom Flughafen in die Innenstadt werde deshalb noch nicht freigegeben. Ein Polizeisprecher sagte: "Zum und vom Flughafen läuft nichts." Für Freitagmorgen werden demnach ähnliche Verhältnisse erwartet: "Wer irgendwie auf das Auto verzichten kann, sollte es stehenlassen."
Nun ist auch der russische Präsident Wladimir Putin in Hamburg eingetroffen. Für den Kremlchef ist seine erste Begegnung mit US-Präsident Donald Trump am Freitag der wichtigste Teil des internationalen Treffens. Die beiden wollen unter anderem über die Kriege in Syrien und der Ukraine reden. In der Zwanzigergruppe führender Wirtschaftsmächte wolle sich Putin unter anderem zum Kampf gegen den Terrorismus äußern, kündigte der Kreml an. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron wird Putin den Plänen zufolge ebenfalls über die Ukraine reden.
Demonstranten baden im Strahl eines Wasserwerfers. Laut Polizei sind in Teilen der Hamburger Innenstadt Randalierer unterwegs, die für erhebliche Sachschäden verantwortlich sein sollen. (Foto: dpa)
 
Der an der Reeperbahn neugebildete Demonstrationszug soll nach Angaben der Polizei aus etwa 8000 Demonstranten bestehen. Augenzeugen berichteten, die Kundgebung, die unter dem Namen "Recht auf Stadt und gegen Polizeigewalt" neu angemeldet worden sei, verlaufe weitgehend friedlich.
Eine Mehrheit der Bundesbürger hält laut einer Umfrage den G20-Gipfel für hilfreich bei der Lösung politischer Probleme. Allerdings stehen für die meisten Deutschen Aufwand und Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis. Das zeigen aktuelle Zahlen des repräsentativen ARD-"Deutschlandtrends" von Infratest-dimap. Demnach halten 59 Prozent der 1000 Befragten den Gipfel für hilfreich bei der Problemlösung, 39 Prozent nicht. 66 Prozent sagen, dass Aufwand und Nutzen des Gipfeltreffens in keinem Verhältnis zueinander stehen - 28 Prozent sind in diesem Punkt anderer Ansicht.
Noch immer sind unzählige Menschen auf den Straßen. (Video: SPIEGEL ONLINE)
Schauspieler Sky du Mont hat heute Abend beim Alternativgipfel zu G20 an der Garderobe mitgearbeitet. Eigentlich hatte der 70-Jährige an einer Veranstaltung zum Thema Rassismus teilnehmen wollen, doch wegen Straßensperrungen kam er zu spät. "Da wurde ich so sauer, dass ich gesagt habe, dann helfe ich hier arbeiten", sagte er der dpa. "Man muss ja Flagge zeigen, finde ich."
Das Treffen von Kanzlerin Merkel mit dem türkischen Präsident Erdogan ist vorbei. Eine Stunde haben sie zusammengesessen und laut einem Regierungssprecher "über die G20-Agenda, das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen und strittige wie kooperative Aspekte der aktuellen deutsch-türkischen Beziehungen" geredet.
Die Polizei berichtet, 15 Beamte hätten sich Verletzungen zugezogen. Drei Polizisten ließen sich demnach im Krankenhaus behandeln. Wie viele Demonstranten oder Unbeteiligte verletzt wurden, ist bislang nicht klar.
Szene aus St. Pauli: Müll brennt auf der Straße - und niemand löscht. (Foto: Reuters)
Im Schanzenviertel häufen sich nach Angaben der Polizei die Übergriffe auf Geschäfte und Beschädigungen an Autos.
Die Veranstalter der "Welcome to Hell"-Demo werfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Wie mit der Polizei abgesprochen hätten sie Demonstranten aufgefordert, ihre Vermummung abzulegen, doch die Polizei sei schon währenddessen massiv gegen Protestierende vorgegangen.
Demonstranten verrücken Straßensperren. (Foto: Reuters)
Der Aufzug aus der Hafenstraße befindet sich auf der Reeperbahn. Er wurde jetzt angehalten, weil vermummte Personen darin sind.
#G20HAM17
Jetzt setzt die Polizei auch auf dem Pferdemarkt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein.


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Seite 1
kwoik 06.07.2017
1. @ Gabriel
Natürlich ist Kommunikation wichtig, aber nicht nur die fetten 20 und wenn die großen 20 warum in einer Stadt wie Hamburg? Warum nicht wie früher auf einer Insel oder einem Kreuzfahrtschiff. Da passen 4500 Menschen drauf, das sollte reichen. Aber so ist es einfach nur unnötige Geld und Ressourcen Verschwendung. Vor allen Dingen wo jetzt schon feststeht das am Ende nichts bei rum kommt.
fatherted98 06.07.2017
2. naja...
...der Zusammenhang ist ja ziemlich offensichtlich. Der Schluss der aus solchen Anschlägen gezogen werden muss ist allerdings ernüchternd....Deutschland ist kein sicheres Land mehr, ob von rechts oder links oder Islamischer Seite....Terror, Anschläge, Übergriffe, Kriminalität all überall. Das Polizei durchaus in der Lage ist dem Paroli zu bieten sieht man jetzt in Hamburg...nur da gehts halt nicht um den einfachen Bürger der geschützt werden soll....sondern um ein paar "Großkopferte"....dann geht natürlich alles....wenn der Bürger auf die Wache kommt wird er erst mal 1-2 Stunden sitzen gelassen....da verzichten die Meisten schon deshalb auf eine Anzeige....letzlich macht es eh keinen Sinn...denn nach 4 Wochen bekommt man einen Schrieb das Verfahren eingestellt wegen "ist nicht". Im Falle des Porschezentrums wird da sicher anders und mit höherer Motivation ermittelt....sicherlich auch ein Grund warum in Hamburg so viele auf die Straße gehen....der Unterschied zwischen oben und unten und die Ungleichbehandlung bei Behörden wird immer frapierender.
KarK 06.07.2017
3. Oh
Also ich hätte jetzt ja gesagt, dass der Brandstifter die Schuld hat, aber was weiß ich schon. Aber immerhin war es nicht die AfD. Oder Trump. Obwohl ...
brotfresser 06.07.2017
4. Das Gelände ist doch bestimmt Kamera überwacht.
Dann sollte das ja kein Problem für eine gute Polizei sein. Falls es die Kameras nicht gibt, wäre das sher seltsam. Also was soll die (vor)schnelle Schuldzuweisung der Polizei. Die soll ihre Ermittlungsarbeit machen und keine Vermutungen anstellen. Auch die Presse sollte vorsichtig sein. Mit gleichen Recht könnte man behaupten, dass dies verdeckte Ermittler der Polizei warenAlso: solide Polizeiarbeit ist gefragt und keine Agitation.
geirröd 06.07.2017
5. Genau.. erst Nachdenken...
... die Polizei ist gegen Störer vorgegangen, die sich nicht an die Regeln halten können. Leute, die ein grundlegendes Problem mit Autorität und Gesetzen haben, sich aber auf selbige gerne berufen, wenn es Ihnen in den Kram passt. Es gibt nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten als Bürger! Die Polizei hat sich weder verfassungsfeindlich verhalten, noch Eskalation provoziert. Wer sich vernünftig verhält, hat auch nichts zu befürchten.
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