+++ G20-Newsblog +++ Sprecher der Roten Flora distanziert sich von "sinnbefreiter Gewalt"

Im Hamburger Schanzenviertel spielen sich dramatische Szenen ab. Die Polizei rückte mit Maschinenpistolen an, ein langjähriger Aktivist des linken Veranstaltungszentrums Rote Flora zeigt sich erschreckt. Die Entwicklung im Newsblog.

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Die Polizei hat die Absperrung der Straße Schulterblatt im Schanzenviertel beendet. Hunderte Polizisten liefen in Richtung Pferdemarkt.
 
Die Hamburger Polizei hat Berichte zurückgewiesen, wonach Einsatzkräfte die Rote Flora gestürmt hätten. Der Zugang zu dem früheren Theater war am frühen Samstagmorgen noch abgeriegelt. Das seit fast 30 Jahren besetze Gebäude gilt bundesweit als eines der wichtigsten Zentren der autonomen Szene. Das bestätigen auch Unterstützer der G20-Gegner. Es befände sich kein Polizist in dem Gebäude, sagte ein Mitglied des sogenannten Legal Teams am frühen Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Anwälte unterstützen Protestler, wenn sie in Schwierigkeiten mit der Polizei geraten.
Die Polizei hat die Straßen rund um die Rote Flora wieder unter Kontrolle. (Foto: Reuters)
Ein Großteil der Straße Schulterblatt ist nach Angaben der Polizei geräumt worden. In diesem Zusammenhang bestätigte die Polizei den Einsatz von Spezialkräften. Die Gefährdung sei erheblich gewesen.
Spezialkräfte der Polizei haben die Randalierer vom Platz vor der Roten Flora vertrieben. (Foto: dpa)
Die Polizei hat nach eigenen Angaben in der Straße Schulterblatt eine Vielzahl von Spezialkräften zusammengezogen, weil es Hinweise darauf gegeben habe, dass Straftäter Angriffe mit Molotowcocktails, Zwillen und Wurfgegenständen vorbereiteten.
Über Twitter werden Sanitäter gesucht, die Verletzte in der Roten Flora behandeln können.
Im Schanzenviertel rückt jetzt die Polizei mit Wasserwerfern vor. (Foto: Reuters)
Wir bitten Medien & Privatpersonen, das taktische Vorgehen der Einsatzkräfte nicht zu filmen /zu senden, um sie nicht zu gefährden
#G20HAM17
Plünderer des Supermarkts im Schanzenviertel heizen die Feuer mit Klopapier an. (Foto: Reuters)
Der S-Bahn-Verkehr im Hamburger Innenstadtbereich ist nach Angaben der Bundespolizei bis auf Weiteres eingestellt worden. Die Bürger wurden werden aufgefordert, die Innenstadt großräumig zu meiden.
"Frieden ist keine Option" steht auf dem T-Shirt dieses Mannes, der vor brennenden Barrikaden im Schanzenviertel steht. (Foto: Reuters)
Die Polizei liefert sich derzeit im Hamburger Schanzenviertel mit gewaltbereiten Randalierern Straßenschlachten. Die Einsatzkräfte rücken mit Wasserwerfern gegen Autonome auf dem Pferdemarkt vor, die die Kreuzung blockieren und Böller zünden. SPIEGEL-ONLINE-Reporter berichten von brennenden Barrikaden, auch vor dem besetzten Theater Rote Flora brennen viele Gegenstände.

Außerdem haben Randalierer eine Budnikowsky-Filiale und einen Rewe-Lebensmittelmarkt geplündert. Nach Angaben der Polizei waren im Bereich der Straße Schulterblatt, die zum linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora führt, einige Demonstranten massiv unter anderem mit Zwillen bewaffnet. Laut Polizei bewarfen sie die Beamten von einem Gerüst aus und schossen mit den Zwillen auf sie. Viele Demonstranten klettern nach Angaben von Augenzeugen auf Gerüste der angrenzenden Häuser.

Auch viele Schaulustige seien auf den Straßen unterwegs, die die Ereignisse mit ihren Smartphones filmen und die Arbeit der Beamten behindern.
In der Otzenstraße spielen junge Männer vor brennenden Barrikaden Fußball, beobachtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Nicolai Kwasniewski. (Foto: SPIEGEL ONLINE)
Die USA haben mit ihrem früheren Nato-Botschafter Kurt Volker einen Sondergesandten für die Ukraine eingesetzt. Das gab Außenminister Rex Tillerson am Rande des G20-Gipfels bekannt. Tillerson hatte zuvor an einer Unterredung zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin teilgenommen. Volker verfüge über einen großen Erfahrungsschatz, der ihn qualifiziere, den Ukrainekonflikt in Richtung Frieden zu bewegen. Volker soll Tillerson bereits auf dessen Reise nach Kiew am Sonntag begleiten.
Auf dem Neuen Pferdemarkt unweit des Schanzenviertels spitzt sich die Lage zu, berichten unsere Reporter. Böller und Flaschen fliegen. "Braucht man gar nicht mehr ins Kino gehen. Nur hier sitzen", sagt ein Teenager zu SPIEGEL-ONLINE-Reporter Steffen Lüdke.
Kanzlerin Merkels Bilanz des ersten G20-Tags: Bei den großen Streitthemen Klimaschutz und freier Welthandel haben die G20-Unterhändler "noch ein großes Stück Arbeit vor sich". Aber sie vermeldet auch einen Erfolg: Über wesentliche Ziele im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus sei man sich einig. Für notwendig halte die G20-Runde einen verbesserten Informationsaustausch, ein wirksameres Austrocknen der Finanzierungsquellen und ein Vorgehen gegen terroristische Inhalte im Internet.
Ramona, 24, und Nursah wollten in Hamburg eigentlich feiern, dass Nursah heute 29 Jahre alt geworden ist. Die beiden Frauen kommen aus Wilhelmshaven. Als sie die Reise im Februar gebucht haben, wussten sie noch nichts vom G20-Gipfel, erzählen sie SPIEGEL-ONLINE-Reporter Steffen Lüdke. Nach der siebenstündigen Anreise gehen sie nun durch Polizeiketten hindurch ins Hotel an der Reeperbahn - und bleiben auch da. "Wir gehen heute bestimmt nicht mehr raus", sagt Ramona.
 
Eigentlich sollte das Konzert in der Elbphilharmonie schon um 19 Uhr beginnen, US-Präsident Trump und Kanzlerin Merkel sind aber eben erst im Konzertsaal eingetroffen. Mit 40 Minuten Verspätung geht es nun los.
Die Hamburger Hautevolee wird langsam ungeduldig - einige Besucher in der Elbphilharmonie haben gerade angefangen zu klatschen #G20HH2017
US-Präsident Donald Trump ist zusammen mit seiner Frau Melania zum Konzert in der Elbphilharmonie vorgefahren. Die First Lady hatte am Mittag wegen der angespannten Sicherheitslage unter anderem die Hafenrundfahrt, die für die Partner der G20-Staatschefs organisiert worden war, verpasst. (Foto: AFP)
Eines hat die Polizei bei den Planungen für den G20-Gipfel wohl vergessen: dass auch Polizisten ab und an mal eine Toilette brauchen. Ein Büro am Baumwall habe nun Mitleid mit den Beamten gehabt und das WC im Foyer geöffnet, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Holger Dambeck: "Die Polizisten in Kampfmontur kommen im Minutentakt." (Foto: SPIEGEL ONLINE)
In der Elbphilharmonie soll um 19 Uhr ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder starten. Erklärtes Ziel vieler Demonstranten ist es deshalb, so nah wie möglich an das Konzerthaus heranzukommen. Mehrere Tausend Menschen wurden an den Landungsbrücken, rund zwei Kilometer von der Elbphilharmonie entfernt, von der Polizei mit Wasserwerfern auseinandergetrieben. Aktivisten, die sich mit Booten der Elbphilharmonie nähern wollten, wurden von Polizisten abgefangen.
Der Protestzug an den Landungsbrücken ist aufgelöst. Jetzt errichten Aktivisten in Seitenstraßen der Reeperbahn und in der nahen Hafenstraße Barrikaden aus Bauzäunen und Mülltonnen.
Das erste Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin hat deutlich länger gedauert, als erwartet: 2,5 Stunden. Gesprochen haben sie der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge über die Konflikte in Syrien und der Ukraine, den Kampf gegen den Terrorismus und den Schutz vor Cyberangriffen.

Im Streit über Formulierungen zur Klimapolitik zeichnet sich auf dem G20-Gipfel nach den ersten Gesprächsrunden noch keine Lösung ab. Lesen Sie hier einen Text zum aktuellen Stand bei den schwierigen Klimaverhandlungen.

Krawall an den Landungsbrücken: Ein Demonstrant wirft eine Flasche nach Polizisten. Zwei brennende Autos wurden gemeldet. (Foto: AFP)
In der Nähe der Landungsbrücken sucht der schwarze Block die Auseinandersetzung mit der Polizei und wird zunehmend gewalttätig, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Nicolai Kwasniewski. Die unbeteiligten Zuschauer goutieren das offenbar - sie johlen


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Seite 1
Silversurfer2000 07.07.2017
1. Show für die Presse ...
... ganz weit weg vom G-20 Gipfel. Auf den Videos kommen auf einen Demonstranten zwei Fotografen. Und rund um die Alster, wo die Vorgespräche zum G20-Gipfel stattfanden, herrschte Ruhe und Frieden.
schmuella 07.07.2017
2. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?!
Warum lässt man den G20 in Großstädten stattfinden? Es wäre viel einfacher, den Gipfel auf einer flächenmäßig überschaubaren Insel mit Flughafen stattfinden zu lassen. Oder vielleicht ganz ausfallen lassen.
nesmo 07.07.2017
3. Die Hamburger Polizei
wollte ganz korrekt sein. Vermummung ist verboten und kündigt quasi Straftaten an, also wurde die Demo gestoppt, bis die Vermummten ihre Tücher pp. abnehmen. Diese taten es nicht, also der Versuch die Vermummten zu stoppen und die anderen demonstrieren zu lassen. Das machten der schwarze Block der Vermummten aber nicht mit und schon war die Schlacht eröffnet. Die prollige berliner Polizei, die aus dem Containerdorf von den Hamburgern zurückgeschickt wurde, hätte es anders gemacht. In Berlin werden Vermummte zunächst geduldet, zur Deeskalation. Daran haben die sich die Vermummten fast gewöhnt und sehen es als ihr Recht an. Der Versuch der Hamburger streng Recht und Ordnung durchzusetzen hat langfristig vielleicht positive Folgen, kurzfristig eskaliert es nun um so mehr. War es Unerfahrenheit der Hamburger oder ordnungspolitische Weitsicht, die Demo zu stoppen, man wird sehen, ob die auf Krawall gebürsteten sich davon beeindrucken lassen
ftraven 07.07.2017
4. Bewußte Eskalation
Weder der Senat noch die Polizei wollte offenbar den Demonstrationszug mit dem merkwürdigen Namen. Also wurde ein Grund gesucht, diesen nicht so stattfinden zu lassen. Oberhartliner Dudde ist wohl zufrieden. Dass mit solchen Eskalationen natürlich weitere geschürt werden ist doch wohl klar. Es ist schon ein trauriges Bild, wenn die angeblich weltoffene Stadt Versammlungsverbotszonen in ihrer Stadt festlegt. Man fühlt sich eher an Maidan oder Gezi erinnert, als an Deutschland. Es war ein großer Fehler, dieses G20-Spektakel in Hamburg stattfinden zu lassen. Die Folgen daraus, ca. 130 Mio Euro Kosten, massivste Einschränkungen für Anwohner, Verluste der Geschäfte, wahr- scheinlich hohe Kosten für Versicherungen und Schäden, ein Schaden an der Demokratie etc. hat SPD-Scholz zu verantworten. Er wird es bei der nächsten Wahl merken. Er ist ja selbst so stur, dass er die richtige Strategie von SPD-Gabriel und Schulz, solche Treffen bei der UN stattfinden zu lassen, in Abrede stellt. Armes Hamburg, armes Deutschland.
eriatlov 07.07.2017
5. Wie war das noch?
"Werbung für Hamburg als weltoffene, völkerverbindende Stadt". Das ich nicht lache! Hamburg hat doch diesen G20 Zirkus gar nicht nötig! Die Bilder, die jetzt um die Welt gehen, wirken eher abschreckend auf potentielle Touristen. Scholz und Merkel werden sicher keinen G20 Gipfel mehr ausrichten.
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