Krawalle beim G20-Gipfel Randalierer setzen Autos in Brand

Kurz vor Beginn des G20-Gipfels kam es in Hamburg erneut zu Ausschreitungen. Hunderte Demonstranten versuchten, die Zufahrtswege zum Tagungsgelände zu blockieren. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, zahlreiche Autos brannten.

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Kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Gipfels ist es in Hamburg erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Im Stadtteil Altona warfen am Freitagmorgen rund 60 Vermummte mit Steinen und Böllern, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Drei Streifenwagen seien attackiert worden. Die Polizei teilte außerdem mit, dass in Altona mehrere geparkte Autos angezündet worden seien. Aufnahmen von Anwohnern zeigten, wie eine Gruppe Vermummter marodierend die Elbchaussee hinunterzog und mit bengalischen Feuern Autos in Brand setzte.

Allein in der noblen Hamburger Straße sollen etwa 25 bis 30 Wagen Feuer gefangen haben. Das beobachtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa, ein Anwohner bestätigte die Zahl. Es sind ganz unterschiedliche Modelle darunter - Oberklasse-Autos ebenso wie Familien-Vans und Lieferwagen. Die Elbchaussee führt von Altona in den weit westlich liegenden Nobelvorort Blankenese und gilt als gehobene Wohnadresse. Auch in Blankenese selbst waren ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen.

Meinungskompass

Zugleich starteten an verschiedenen Orten der Stadt Hunderte Demonstranten, um in die Hochsicherheitszone um den Tagungsort der Staats- und Regierungschefs vorzudringen und den Ablauf des Gipfels zu stören. In Gruppen versammelten sie sich an den Landungsbrücken am Elbufer und am Verkehrsknotenpunkt Berliner Tor. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem G20-Newsblog.)

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Zuvor hatte es bis in die Nacht hinein gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Einheiten der Bereitschaftspolizei gegeben. Dabei wurden nach offiziellen Angaben 111 Beamte verletzt, 29 Menschen festgenommen und 15 in Gewahrsam genommen. Auch zahlreiche Demonstranten erlitten Verletzungen, wie viele genau, ist noch unklar.

Mehrere tausend Menschen waren am Donnerstagabend zu dem Protestmarsch "Welcome to hell" zusammengekommen, den die Polizei nach wenigen Metern stoppte. Sie forderte vermummte Autonome auf, ihre Maskierungen abzulegen. Als die Einsatzkräfte versuchten, diesen "Schwarzen Block" vom Rest der Kundgebung zu trennen, eskalierte die Lage.

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G20-Gipfel: Brennende Autos und Blockaden

Am Freitagmorgen beginnt in Hamburg das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen. Gastgeberin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer in den Messehallen empfängt. Als erstes Thema steht der Kampf gegen den Terrorismus auf der Tagesordnung. Anschließend soll über die strittigen Themen Klimaschutz und Welthandel beraten werden, bei denen vor allem US-Präsident Donald Trump eine abweichende Haltung einnimmt (eine Übersicht der Termine finden Sie hier).

cte/dpa/AFP

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