Randalierer bei G20-Gipfel Was ist der schwarze Block?

Straßenschlachten, Brandstiftung, Plünderungen: Die Gewalt von Autonomen überschattet den G20-Gipfel in Hamburg. Wer verbirgt sich hinter dem schwarzen Block?


Sie plündern Supermärkte, stecken Autos in Brand und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei: Hunderte linksextreme Randalierer verwüsten seit Donnerstagabend die Hamburger Innenstadt. Die Gewalt überlagert den friedlichen Protest Tausender gegen den G20-Gipfel.

Die Polizei sprach vor Beginn des Treffens von 8000 gewaltbereiten Autonomen, die nach Hamburg kommen wollten. Wie viele wirklich da sind, ist unklar. Sicher ist nur, dass das Ausmaß der Gewalt größer ist als befürchtet. 197 Polizisten wurden bislang verletzt, ungefähr hundert Menschen festgenommen.

Immer wieder ist in den Berichten über die Ausschreitungen vom schwarzen Block die Rede. Doch was ist das eigentlich?

Der Begriff führt zunächst ein wenig in die Irre. Denn es handelt sich dabei nicht um eine Organisation oder ein Bündnis im klassischen Sinne. Vielmehr verbirgt sich hinter dem schwarzen Block eine Demonstrationstaktik.

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Proteste gegen G20-Gipfel: Hamburg, 7. Juli

"Punktueller Zusammenschluss von Linksextremisten"

Die Zugehörigkeit entsteht durch die Kleidung. Mit schwarzen Kapuzenpullovern, Mützen, Tüchern und Sonnenbrillen vermummen sich die Randalierer, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Laut Verfassungsschutz ist der schwarze Block ein "punktueller Zusammenschluss gewaltorientierter Linksextremisten" und ein "Ausdruck linksextremistischer Massenmilitanz".

Die Bezeichnung tauchte erstmals Ende der Siebzigerjahre auf. Bei Anti-AKW-Demos und Protesten gegen die Startbahn West in Frankfurt lieferten sich Autonome immer wieder Schlachten mit der Polizei. Die Bundesanwaltschaft warf 1981 mehr als 50 Personen die "Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung schwarzer Block" vor.

Danach war der Begriff etabliert und wurde von Medien und den Autonomen selbst immer wieder benutzt. Politisch kämpft der schwarze Block gegen Kapitalismus, Nationalismus und die Staatsgewalt. Friedliche Demonstranten werfen den Randalierern aber vor, dass sie vor allem ein Ventil für Aggressionen suchen und die Eskalation im Kampf mit der Polizei anstreben.

Amateurvideo aus Hamburger Bus: Begegnung mit dem schwarzen Block

SPIEGEL ONLINE

cte



insgesamt 251 Beiträge
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tommi-live 08.07.2017
1. Was ist der Schwarze Block ?? Wirklich ?
... diese Frage wird hier wirklich gestellt ? Die Frage ist so sinnlos wie irgendwelche Versuche, deren hirnloses Verhalten zu erklären. DAS SIND VERBRECHER !! - Ende des Komentars -
etlamu 08.07.2017
2. Ich möchte nur zu gern wissen,
wie viel Leute der verschiedensten Geheimdiensten sich in diesem Block tummeln! Der Verfassungsschutz ist mit Sicherheit dabei.
_Ingenieur_ 08.07.2017
3. Das sind Terroristen und nichts anderes
Der Schwarze Block hat nur ein Ziel, sinnlose Gewalt und Zerstörung, es ist nichts anderes als terror. Es kann nicht sein das es no go areas gibt egal ob von links rechts oder von Arabischen Clans kontrolliert. Es müssen alle Rückzugsmöglichkeiten der linken Terroristen geschlossen und verboten werden. Leider wird dies aktiv von der SPD /Grünen und linken aktiv verhindert
kabayashi 08.07.2017
4. Autonome hört sich verharmlosend an
Es sind schlicht und ergreifend Linksextremisten, die Hab und Gut und die Gesundheit anderer Menschen gefährden und zerstören.
wahrsager26 08.07.2017
5. Anarchie
Zeitgenossen, die mit Hass und Gewalt alles um sich herum zerstören, von Gerechtigkeit schwafeln ,sind im Grunde aus der Gesellschaft zu entfernen (und nicht wieder in ihr einzugliedern ,wie wir uns auferlegt haben)Langjährige Strafen wären zu verhängen.....ich höre auf, denn unser Justizsystem würde zusammenbrechen. Wer wird für die Schäden aufkommen ?Der Steuerzahler? Dann allerdings wollte ich mitreden......Bin gespannt, was noch alles passiert. Danke
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