Reaktionen auf G20-Randale "Dann muss Scholz seinen Hut nehmen"

Nach dem G20-Gipfel herrscht Fassungslosigkeit über das Chaos, das Randalierer in Hamburg angerichtet haben. Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Wer trägt die Verantwortung? Stimmen aus der Politik.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz
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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz


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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich erschüttert über das Ausmaß der Gewalt:

"Ein demokratisch gefestigtes Land wie Deutschland sollte auch das Selbstbewusstsein haben und sagen: Jawohl, solche Konferenzen müssen nicht nur sein, sondern wenn sie sein müssen, dann können sie auch bei uns stattfinden, und wir werden das garantieren."

Linke-Chefin Sahra Wagenknecht fühlt sich in ihrer Kritik an der Gipfel-Veranstaltung bestätigt:

"Im Grunde kann die Lehre nur sein, in Zukunft auf solche Show-Veranstaltungen, die sinnlos Steuergeld verschlingen und keine Ergebnisse bringen, ganz zu verzichten. Letztlich hat Frau Merkel die Entscheidung zu verantworten, den Gipfel nach Deutschland und nach Hamburg geholt zu haben, was sich für die Anwohner in den entsprechenden Hamburger Bezirken als Katastrophe erwiesen hat. Offenbar wollte sie schöne Bilder für ihren Wahlkampf haben. Am Ende sind es keinen schönen, sondern ziemlich düstere Bilder geworden."

CSU-Innenexperte Stephan Mayer fordert strenge Bestrafung der Randalierer:

"Sämtliche identifizierte Kriminelle müssen rigoros und unnachgiebig verfolgt und bestraft werden. Die schrecklichen und beängstigenden Bilder aus Hamburg erinnern auf beklemmende Weise an bürgerkriegsähnliche Zustände. Die Reaktion von Politikern der Linkspartei und der Grünen entlarvt ihr nach wie vor gestörtes Verhältnis zu unseren Sicherheitsbehörden, zum Rechtsstaat und zu einer klaren Distanzierung von linksextremistisch motivierter Gewalt."



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Bundesinnenminister Thomas de Maizière verteidigt die Polizei:

"Bei diesem Ausmaß an völlig enthemmter Gewalt kann trotz aller Konsequenz und auch bei bester Vorbereitung nicht jede Ausschreitung erfolgreich sofort unterbunden werden. Das waren keine Demonstranten, sondern Kriminelle."


Bundesaußenminister Sigmar Gabriel befürchtet einen Schaden für das Ansehen der Bundesrepublik:

"Deutschlands Bild in der internationalen Öffentlichkeit wird durch die Ereignisse in Hamburg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der demokratische Rechtsstaat muss jetzt seine Wehrhaftigkeit beweisen."


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Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, legt dem Ersten Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, den Rücktritt nahe:

"Wenn er keinen Plan hat, wie er linke Gewalt künftig verhindern will, muss er seinen Hut nehmen."


SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz verurteilt die Krawalle von Hamburg als "Mordversuche".

"Wir haben es hier mit Mordbrennern zu tun - mit Gewalttätern, die Mordversuche vorbereiteten und brandschatzend durch die Straßen zogen."


Bundesjustizminister Heiko Maas kündigt ein hartes Vorgehen gegen Gewalttäter an.

"Das sind keine bloßen Chaoten, das sind schwerstkriminelle Gewalttäter und Brandstifter. Unser Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz darauf reagieren."


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Hamburgs Innensenator Andy Grote appelliert an die Bevölkerung, sich von Gewalttätern zu distanzieren.

"Es hat in den vergangenen Tagen immer wieder eine große Unterstützung von Schaulustigen für Randalierer gegeben. Wer keine Gewalt will, muss Abstand zu Gewalttätern halten."


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