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Umstrittene Wiese: Garmisch verbietet G7-Protestcamp

Wiese in Garmisch: Nun doch kein Anti-G7-Lager Zur Großansicht
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Wiese in Garmisch: Nun doch kein Anti-G7-Lager

Eigentlich wollten bis zu tausend G7-Gegner auf einer Wiese in Garmisch campen - doch daraus wird wohl nichts. Die Stadt hat das geplante Lager verboten. Als Grund muss das Wetter herhalten.

Das Protestcamp auf einer Wiese in Garmisch-Partenkirchen muss wohl ausfallen. Wie das Bürgermeisteramt am Dienstag mitteilte, hat die Gemeinde das Anti-G7-Lager kurzerhand verboten. Um die verpachtete Grünfläche hatte sich in den vergangenen Tagen eine heftige Debatte entwickelt - der Besitzer des Landes stand sogar unter Polizeischutz.

Die offizielle Begründung für das Verbot klingt allerdings eher wenig politisch. Stattdessen weist die Gemeinde darauf hin, dass sich das Areal in einem Hochwasser-Überschwemmungsgebiet befindet. Man könne eine Genehmigung mit Blick auf die Sicherheit der Camper nicht aussprechen. Verwiesen wird auch auf das schlechte Wetter der vergangenen Tage. Möglich seien Überschwemmungen von bis zu einem halben Meter. Im Notfall könnten Rettungsfahrzeuge nicht schnell genug auf das Gelände kommen.

Ursprünglich hatte der Besitzer des das rund 7000 Quadratmeter großen Geländes einen Vertrag mit dem Aktionsbündnis "Stop G7 Elmau" geschlossen. Wenn am 7. und 8. Juni Angela Merkel, Barack Obama und weitere Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel in Schloss Elmau tagen, wollten rund tausend Gipfelgegner auf dem Grundstück eines Bauern übernachten.

Gegen die Entscheidung der Verwaltung können sie allerdings noch Klage einreichen.

Angst vor dem Schwarzen Block

Der G7-Gipfel stellt die Region vor eine große Herausforderung, die Polizei fürchtet eine Gewalteskalation rund um das Tagungsgelände. Dass die Sorgen nicht unbegründet sein dürften, zeigten zuletzt die Krawalle in Frankfurt am Main, als dort Mitte März der Neubau der Europäischen Zentralbank eröffnet wurde.

Auch die Erfahrungen von Heiligendamm lassen nicht nur Gutes ahnen: Beim G8-Gipfel 2007 hatten die mehrheitlich friedlichen Demonstranten Probleme, Gewalttäter in den eigenen Reihen in den Griff zu bekommen, in den Camps war der Schwarze Block damals stark vertreten.

jok

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insgesamt 182 Beiträge
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1.
whitewisent 26.05.2015
Wirklich peinlich was bei diesen Treffen der Führer der westlichen, vermeintlich besseren Welt. Wenn jemand sowas in Rußland, Ägypten oder Venezuela liest, muß er sich wirklich fragen, wo der Unterschied zu seiner ungeliebten Regierung ist. Vor allem wenn wie hier sogar Kommunalbehörden und die Polizei jeglichen friedlichen Protest unterdrückt. Egal ob dies mit irgendwelchen Verwaltungsvorschriften begründ/entschuldbar ist, es bleibt der Eindruck, daß die Straßen für die Fürsten der Welt gefegt werden, und der Pöbel aus der Stadt verbannt. Eben wie es in Ländern üblich ist, denen die Errungenschaften der Demokratie fehlen.
2. Und das....
spiegelklammer 26.05.2015
Schloss Ellmau kann einem Bergrutsch zum Opfer fallen....
3. russische Methoden
syracusa 26.05.2015
Es gibt offensichtliche Tendenzen, Demokratie und Bürgerrechte auf demselben kalten Weg abzuschaffen wie das in Russland schon seit Jahren erfolgreich praktiziert wird: mit vorgetäuschten bürokratischen Hemmnissen. Beim G7 Gipfel wird ganz offenkundig das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit außer Kraft gesetzt. Dafür sollten alle Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
4. @spiegelklammer
il_phenomeno 26.05.2015
das wäre vielleicht das beste
5. Abgehobener Irrsinn!
Benjowi 26.05.2015
Grundsätzlich bin ich ein Befürworter solcher Gespräche-aber was hier an Popanz abläuft und was hier getrieben wird, sprengt jedes halbwegs vernünftige Maß. 130 Millionen Euro (!) für ein solches Treffen vor allem für Sicherheitsvorkehrungen, sind vollkommener Wahnsinn. Mit dem Betrag könnte man angeblich 250 Lehrer zehn Jahre bezahlen, von den Erziehern der Kitas garnicht zureden. Dazu kommen die Belästigungen für MIllionen von Bürgern. Wenn sich diese Leute sich so weit von ihren Völkern entfernt haben, dass so etwas nötig ist, sollten sie sich auf ein Schiff zurückziehen!
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