Proteste um Schloss Elmau Demonstranten wandern bis zum G7-Zaun

Gipfelgegner sind bis zur Absperrung rund um den G7-Tagungsort vorgedrungen, sie marschieren auf bis zu tausend Höhenmeter. Am Zaun um Schloss Elmau wurden sie von Hunderten Polizisten empfangen.

HC Plambeck

Die Anti-G7-Demonstranten haben einen neuen Anlauf unternommen, möglichst nah am Schloss Elmau gegen den Gipfel zu protestieren. Am Sonntag zogen mehrere Hundert Demonstranten durch das bergige Gelände, aufgeteilt in mehrere Wandergruppen. Gegen Mittag erreichten erste Teilnehmer die Absperrungen, die den Tagungsort abriegeln. Inzwischen haben die ersten Demonstranten den Rückweg angetreten.

Mehrere hundert Demonstranten wurden von Polizisten begleitet und am Sperrzaun empfangen. "Es ist ruhig und friedlich, hinter dem Zaun hört man Hunde bellen", berichtete SPIEGEL-ONLINE-Videoreporter Martin Jäschke. Bei etwa 20 Grad, Sonnenschein und auf etwa tausend Höhenmetern verteilte die Bergwacht Wasser an die Protestzüge.

Im Protestcamp, das in der Nacht zum Samstag mit einem Unwetter zu kämpfen hatte, brachen Demonstranten in Kleingruppen auf, schreibt SPIEGEL-ONLINE-Reporter Björn Hengst. Einige seien offenbar schon kurz vor der Abreise und hätten ihre Zelte und Rucksäcke dabei.

Ein Kurzvideo von Videoreporter Jäschke zeigt die Stimmung am Zaun:



Bei der Polizei ist man bislang zufrieden: Man habe den Protest begleitet und wolle bis zum Ende wachsam bleiben. Es sei aber durchaus auch "gewaltorientierte Klientel" unter den Demonstranten, sagte ein Polizeisprecher.

Polizei beendet Blockade

Mit Protesten und kleineren Blockaden demonstrierten G7-Gegner am Sonntagmorgen gegen das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Auf der Bundesstraße 2 in Garmisch-Partenkirchen blockierten ein Dutzend Aktivisten die Straße Richtung Elmau und Mittenwald. Auf ihrem Plakat war zu lesen: "Wir sehen nur Einschüchterung, Abschottung und Willkür". Die Polizei beendete die etwa einstündige Blockade und trug einige G7-Gegner weg.

In Schloss Elmau, etwa zehn Kilometer Luftlinie von Garmisch entfernt, beginnt am frühen Nachmittag der G7-Gipfel großer Industrienationen. Der Tagungsort ist weiträumig abgesperrt, mehr als 20.000 Polizisten sind in Südbayern im Einsatz. Die Behörden haben Proteste in direkter Nähe des abgeschirmten Luxushotels untersagt.

In Oberau kurz vor Garmisch versuchten rund 60 Aktivisten nach Angaben der Bundespolizei die Bahngleise zu blockieren. "Die Blockade konnte von Einsatzkräften der Bundespolizei verhindert werden", teilten die Beamten am Morgen mit. Mit einem Hubschrauber wurde die Bahnstrecke nach weiteren Demonstranten abgesucht. Der Bahnverkehr war kurzzeitig unterbrochen.

Sternmarsch der G7-Gegner: Im Wanderschritt zum Zaun
HC Plambeck

Sternmarsch der G7-Gegner: Im Wanderschritt zum Zaun

Rund 300 Gegner des G7-Gipfels starteten am Morgen einen Protestmarsch vom Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen in Richtung Elmau. Auch aus Mittenwald und Klais setzten sich G7-Gegner in Bewegung.

Am Samstag hatte es bei Protesten in Garmisch vereinzelte Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Mehrere Gipfelgegner wurden festgenommen.

Das Schloss Elmau ist großräumig abgeriegelt. Wo die Absperrungen verlaufen, sehen Sie in dieser Karte:

Der Sicherheitsbereich um Schloss Elmau

Quelle Sicherheitsbereich: Landratsamt Garmisch-Partenkirchen;
Informationen zu Demonstrationen: Bündnis "Stop G7 Elmau 2015"
  Sicherheitsbereich

amz/dpa



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