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G8: Familientreffen der Weltmächtigen

Heute ist es soweit. Der G-8-Gipfel in Heiligendamm beginnt. Mit George W. Bush ist der erste Teilnehmer bereits angereist - die Demonstranten am Flughafen bekamen ihn nicht mal zu sehen. Mit allen Regierungschefs will Kanzlerin Merkel noch vor Beginn der Konferenz unter vier Augen reden.

Heiligendamm - Erster Termin Merkels ist ein Mittagessen mit US-Präsident George W. Bush, bei dem Kompromissmöglichkeiten in den schwierigen Verhandlungen über den Klimaschutz ausgelotet werden sollen. Auch mit allen anderen Kollegen will sie bereits vor dem offiziellen Beginn des Gipfels zusammentreffen.

Protest am Flughafen: Präsidentenmaschine in weiter Ferne
DPA

Protest am Flughafen: Präsidentenmaschine in weiter Ferne

Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin steuern zudem auf eine offene Konfrontation im Raketenstreit zu. Vor Beginn des Gipfels konterte Bush die Attacken Putins gegen die US-Pläne für ein Raketenabwehrschild in Mitteleuropa: Die Demokratie in Russland sei mangelhaft, sagte er in Prag. Merkel äußerte sich zurückhaltend über Chancen, den Schlagabtausch zu beenden.

Merkel empfängt an diesem Mittwoch vor der Kulisse des drohenden Wettrüstens der beiden Weltmächte die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Russland, Großbritannien, Frankreich, Italien (G8) am Ostseestrand. Im dpa-Interview zeigte sie sich vom Erfolg des Treffens fest überzeugt. "Ich bin optimistisch, dass wir einen guten Gipfel erleben können."

Offiziell beginnt die Konferenz am Abend mit einem Essen der Staats- und Regierungschefs und ihrer Partner auf Schloss Hohen Luckow, 25 Kilometer südlich von Heiligendamm. Die ersten Arbeitssitzungen finden am Donnerstag statt. Am Freitag sind zum Abschluss Staats- und Regierungschefs aus Afrika und aus den wichtigen Schwellenländern China, Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika zu Gast.

Globalisierungskritiker wollen die Anreise behindern und dazu Straßen vom Flughafen nach Heiligendamm blockieren. Die Organisatoren erwarten mehrere tausend Teilnehmer.

Bereits gestern Abend demonstrierten rund 1000 Menschen am Flughafen Rostock-Laage zur Ankunft von Bush. Direkt am Medienzentrum des Gipfels in Kühlungsborn haben am Abend rund 150 Teilnehmer protestiert. Ausschreitungen gab es nicht, der Protest verlief friedlich.

Unterdessen wurde bekannt, dass nach den schweren Ausschreitungen bei der Anti-G-8-Demonstration am Samstag von den 433 verletzten Polizisten nur zwei stationär im Krankenhaus aufgenommen wurden. Ein Sprecher der G-8-Polizeieinheit bestätigte am Dienstagabend eine entsprechende Meldung der Zeitung "Junge Welt".

Einen zweckfremden Einsatz hatte am späten Abend ein Wasserwerfer der Polizei, der beim Löschen eines Brandes in Kavelstorf bei Rostock helfen musste. Unbekannte hatten nach ersten Ermittlungen der Polizei mehrere Reifen in Brand gesteckt. Die Hintergründe der Tat sind bisher unbekannt. Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Protesten gegen den Gipfel gebe es derzeit nicht, teilte die Kavala-Einsatzleitung der Polizei mit.

ler/AP/dpa

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