Rathaus evakuiert Entwarnung nach Bombendrohung in Gaggenau

Nach der Bombendrohung im baden-württembergischen Gaggenau geben die Behörden Entwarnung. Der anonyme Anruf stand offenbar im Zusammenhang mit dem geplatzten Besuch des türkischen Justizministers.

Polizisten in Gaggenau
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Polizisten in Gaggenau


Ein unbekannter Anrufer hat am Freitagmorgen in Gaggenau für Aufregung gesorgt. Er drohte der Polizei zufolge mit einem Bombenanschlag. Die Polizei ließ daraufhin das Rathaus in der baden-württembergischen Stadt räumen. Inzwischen gibt es Entwarnung: Es sei nichts gefunden worden und das Gebäude wieder freigegeben, teilte die Polizei mit.

Der Anrufer hatte die Drohung mit der Absage eines Auftritts des türkischen Justizministers Bekir Bozdag in der Stadt begründet, wie der Leiter des Bürgerservices der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der Betrieb in der Stadtverwaltung wurde daraufhin stillgelegt, die Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden.

Die Stadt Gaggenau hatte Bozdags Auftritt aus Sicherheitsbedenken abgesagt, woraufhin der türkische Minister ein Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte platzen lassen. Die Stadt Köln hatte zudem eine Anfrage für einen Auftritt des türkischen Wirtschaftsministers Nihat Zeybekci am Sonntag abgelehnt. Maas schrieb seinem türkischen Kollegen Bozdag einen Brandbrief und warnte darin vor einem "Abbau der Rechtsstaatlichkeit".

Das türkische Außenministerium bestellte nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstagabend den deutschen Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, ein.

Die Absagen hatten die diplomatischen Spannungen zwischen Ankara und Berlin eskalieren lassen. Ankara wirft der Bundesregierung vor, die von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Verfassungsänderung verhindern zu wollen. Berlin wolle keine "starke Türkei", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. "Wenn Sie mit uns arbeiten wollen, müssen Sie lernen, wie Sie sich uns gegenüber zu verhalten haben", sagte er weiter. Die Türkei werde die Behandlung ansonsten "ohne Zögern mit allen Mitteln" erwidern. "Dann müssen Sie an die Folgen denken." Welche Folgen das sein könnten, sagte er nicht.

vks/AFP

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