Nutzung durch die Ehefrau Präsidialamt entzieht Scheel den Dienstwagen

Das Büro wird aufgelöst, der Leasingvertrag für den VW Phaeton des Altbundespräsidenten Walter Scheel wird nach Informationen des SPIEGEL gekündigt. Der Wagen wird überwiegend von der Ehefrau genutzt - das sei unzulässig, heißt es im Amt des Bundespräsidenten.

Altbundespräsident Scheel: Privilegien werden entzogen
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Altbundespräsident Scheel: Privilegien werden entzogen


Bad Krozingen/Berlin - Dem Altbundespräsidenten Walter Scheel werden nach Informationen des SPIEGEL einige seiner Privilegien entzogen. Scheel ist seit zwei Jahren wegen Demenz im Pflegeheim, seine dritte Ehefrau Barbara nutzt Dienstwagen und Büro. Das Bundespräsidialamt werde den Leasingvertrag für den VW Phaeton deswegen auflösen, weil der Wagen zuletzt überwiegend von ihr gefahren worden war. "Die Ehefrau von Bundespräsident a. D. Walter Scheel darf das Fahrzeug ohne ihn nicht nutzen", heißt es im Präsidialamt. Barbara Scheel selbst sah das bislang anders.

Sie ist seit längerer Zeit durch umstrittene Äußerungen und Interventionen aufgefallen. So wandte sich die Leitung des Pflegeheims, in dem Walter Scheel lebt, vor einigen Wochen an das Bundespräsidialamt mit der Bitte um Unterstützung. Die dauernden Interventionen seiner Frau machten eine vernünftige Pflege Scheels unmöglich, hieß es.

Auch das Büro Scheels wird aufgelöst. Ein Mitarbeiter des 94-Jährigen werde die deutlich reduzierten Aufgaben künftig von der Hauptstadt aus wahrnehmen, sagte ein Sprecher des Bundespräsidialamtes am Mittwoch. Er arbeitet künftig im Präsidialamt in Berlin. Damit soll nach Informationen des SPIEGEL auch verhindert werden, dass Barbara Scheel weiter Zugriff auf das Büro hat.

Das Arbeitszimmer des ehemaligen FDP-Politikers im Bad Krozinger Rathaus soll jedoch erhalten bleiben. Die Stadt im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald will es ihm weiterhin zur gelegentlichen Nutzung zur Verfügung stellen.

Barbara Scheel fiel in den vergangenen Jahren nicht nur wegen der Interventionen im Pflegeheim auf, sondern auch wegen anderer Äußerungen. Sie bezeichnete Rösler als "Rache des Vietcong an der deutschen Innenpolitik", lästert über "schwarze Afrikaner" in deutschen Pflegeheimen und mokiert sich darüber, dass Bundespräsident Gauck nicht mit seiner Lebensgefährtin verheiratet ist.

Die Freunde des Altpräsidenten wollen ihr Auftreten nicht mehr hinnehmen. "Das Lebenswerk Walter Scheels wird durch diese Skandalgeschichten überlagert", sagt der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Manfred Vohrer.

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mia/dpa



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