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Gaza-Krieg: Versuchte Selbstverbrennung vor israelischer Botschaft

Israelische Botschaft in Berlin: Versuchte Selbstverbrennung bei Demonstration Zur Großansicht
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Israelische Botschaft in Berlin: Versuchte Selbstverbrennung bei Demonstration

Bei einer Demonstration von Palästinensern vor der israelischen Botschaft in Berlin hat ein Mann versucht, sich selbst anzuzünden. Nach dem Protestmarsch kam es an einer S-Bahn-Station zu Steinwürfen. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Berlin - Rund 300 Menschen hatten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Dienstag in Berlin vor der israelischen Botschaft gegen den Militäreinsatz Israels im Gazastreifen demonstriert. Gegen Mitternacht eskalierte die Situation: Ein Mann versuchte, sich vor dem Gebäude im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf selbst zu verbrennen.

Nach Zeugenaussagen soll der Mann zunächst herumgebrüllt und sich dann mit einer Flüssigkeit aus einer Flasche übergossen haben. "Dabei hat er sich Verbrennungen am Bein zugezogen, eine Lebensgefahr bestand für ihn jedoch offenbar nicht", erklärte ein Polizeisprecher am Dienstag gegenüber SPIEGEL ONLINE. Es habe sich um einen "staatenlosen Mann" gehandelt.

Polizisten des Objektschutzes, die die Botschaft ständig bewachen, hätten umgehend eingegriffen und die Flammen mit einer Löschdecke erstickt. "Der Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert", so der Sprecher der Berliner Polizei.

Nach der Demonstration vor der israelischen Botschaft zogen die Demonstranten zum S-Bahnhof Hohenzollerndamm. Dort seien Steine auf Polizisten geworden worden, hieß es weiter. Die Beamten hätten daraufhin Reizgas eingesetzt und 17 Demonstrationsteilnehmer unter anderem wegen Beleidigung, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte festgenommen, so ein Polizeisprecher. Der S-Bahn-Verkehr der Linie 41 sei für acht Minuten unterbrochen gewesen.

Kritik an Demonstrationen

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Demonstrationen gegen den Militäreinsatz Israels in der deutschen Hauptstadt gegeben. Dabei waren auch antisemitische Parolen gerufen worden. In Essen und Frankfurt am Main war es zu ähnlichen Vorkommnissen auf den überwiegend von palästinensischen und arabischen Teilnehmern besuchten Demonstrationen gekommen.

Der Zentralrat der Juden verurteilte die Vorkommnisse. "Wir erleben hierzulande gerade eine Explosion an bösem und gewaltbereitem Judenhass, die uns alle schockiert und bestürzt", sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. "Dass auf deutschen Straßen antisemitische Aufrufe der übelsten und primitivsten Art skandiert werden können, hätten wir niemals im Leben mehr für möglich gehalten."

Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, übte ebenfalls scharfe Kritik. Die Meinungsfreiheit werde von Islamisten, Rechts- und Linksextremisten dazu missbraucht, "eine Kultur des Hasses und der Gewalt in die öffentliche deutsche Debatte zu importieren", schrieb er am Dienstag in einem Beitrag für die "Berliner Zeitung".

In den Straßen Berlins seien Juden verfolgt worden wie 1938. Wenn es so weitergehe, fürchte er, dass unschuldiges Blut vergossen werde. "Jetzt ist es Zeit zu handeln", forderte Hadas-Handelsman.

sev

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