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Geburtenrate: Familienministerium bewertet steigende Baby-Zahlen skeptisch

Das Familienministerium hat zurückhaltend auf den Geburtenanstieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres reagiert. Bevor nicht die endgültigen Zahlen für das gesamte Jahr 2010 vorliegen, will man dort noch nicht jubeln.

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Baby: Das Familienministerium will die vorläufigen Zahlen nicht bewerten

Hamburg - 20.000 Babys mehr. Das ist die gute Zahl des Tages. Zwischen Januar und September 2010 sind deutlich mehr Kinder geboren worden als im Vorjahr, meldet das Statistische Bundesamt. Aber es sind eben nur vorläufige Zahlen. Und die will das Bundesfamilienministerium zunächst nicht kommentieren. Die endgültige Gesamtzahl für das Jahr 2010 werde erst im August kommenden Jahres vorliegen, sagte Sprecherin Stefanie Augter am Mittwoch in Berlin. "Wenn sich alles bewahrheitet, dann freut sich unser Haus natürlich."

Die Sprecherin verwies allerdings auf Umfragen, denen zufolge der Kinderwunsch bei Paaren zugenommen habe - trotz der wirtschaftlichen Entwicklung. Auch sei man überzeugt, dass man mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kinderbetreuung den richtigen politischen Weg eingeschlagen habe.

Laut "Süddeutscher Zeitung" beträgt das Baby-Plus im ersten Dreivierteljahr 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Jetzt 510.000 Kinder gegenüber 492.000. Ein derart großer Zuwachs sei im gesamten vergangenen Jahrzehnt nicht feststellbar gewesen.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Geburten in Deutschland allerdings auf ein Rekordtief gesunken. 2009 kamen rund 665.000 Kinder zur Welt, etwa 17.000 weniger als im Vorjahr und nicht einmal halb so viele wie im Geburten-Rekordjahr 1964.

Seit vier Jahren versucht die Bundesregierung, sich den Kindersegen zu erkaufen: Damals führte Familienministerin Ursula von der Leyen das sogenannte Elterngeld ein, um die Gebildeten und Gutverdiener für Nachwuchs zu begeistern. Fast 15 Milliarden Euro wurden für die Transferzahlungen bisher ausgegeben, von denen Reiche mehr profitieren als Ärmere.

Der Erfolg der politischen Maßnahme wird von Experten allerdings angezweifelt, die Geburtenrate stieg nicht messbar an. Stattdessen sank die Zahl der Geburten zunächst, wie auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter abgenommen hat.

Sollte der Zuwachs von Oktober bis Dezember anhalten, wird für das gesamte Jahr ein Anstieg der Geburtenrate erwartet. Seit Jahren liegt die Quote rein rechnerisch zwischen 1,36 und 1,38 Kindern pro Frau.

ler/dpa

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1. Skepsis ist angebracht
LeisureSuitLenny 29.12.2010
Mehr Teeniemütter[tm] in Transferleistung? So hat sich die Kanzlerin den Kinderreichtum sicher nicht vorgestellt. ;)
2. Sieh mal an
rehabilitant 29.12.2010
Zitat von sysopDas Familienministerium hat zurückhaltend auf den*Geburtenanstieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres reagiert. Bevor nicht die endgültigen Zahlen für das gesamte Jahr 2010 vorliegen, will man dort noch nicht jubeln. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736979,00.html
Sollte tatsächlich in das Bundesfamilienministerium so etwas wie Vernunft eingekehrt sein? Man könnte beinahe glauben, dass Frau Schröder sich nur auf verlässliche Zahlen stützen möchte. Oder wartet sie nur auf die (inoffizielle) Auswertung der sozialen Herkunft der Neugeborenen?
3. Naja, ...
AllesGrau, 29.12.2010
wie unsere Gesellschaft, bei solchen Geburtenraten, die Klimaziele bis 2050 erzielen will ist mir ein Rätsel. Ein Neubürger der mit 17 Jahren schon den ersten Neuwagen fährt ist schlecht fürs Klima. Der seine große Wohnung im Winter konstant auf 23 Grad heizt ist schlecht für die CO2-Bilanz. Wenn man bedenkt, dass der eine 80-jährige Oma ersetzt, die nur einen Raum ihrer Wohnung heizt, ihre Wäsche auf dem Speicher trocknet, nur deutsche Nahrung ißt und nie ein Auto hatte, dann sehe ich für die CO2-Ziele bis 2050 aber ziemlich schwarz! Aber wir brauchen ja unbedingt mehr Rentenzahler und auf der Erde gibt es zwar zu viele Menschen, aber zu wenig Deutsche - oder wie ? Der schmale Grad zwischen zu wenig Deutsche und zu wenig Arier ist mir echt zu schmal!
4. Wahljahr!
anin, 29.12.2010
Zitat von rehabilitantSollte tatsächlich in das Bundesfamilienministerium so etwas wie Vernunft eingekehrt sein? Man könnte beinahe glauben, dass Frau Schröder sich nur auf verlässliche Zahlen stützen möchte. Oder wartet sie nur auf die (inoffizielle) Auswertung der sozialen Herkunft der Neugeborenen?
Ja, aber im Sinne eines verständlichen Eigennutzes. Nächstes Jahr ist Wahljahr, da gilt es Erfolgsmeldungen zeitlich richtig zu plazieren.
5. Das wird nicht veröffentlich
karmamarga 29.12.2010
Zitat von sysopDas Familienministerium hat zurückhaltend auf den*Geburtenanstieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres reagiert. Bevor nicht die endgültigen Zahlen für das gesamte Jahr 2010 vorliegen, will man dort noch nicht jubeln. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736979,00.html
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/07/25/Schweiz/Pfarrer-Sabo-warnt-vor-muslimischer-Geburtenrate
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