Gedämpfter Jubel Merkel will Kanzlerschaft

CDU-Chefin Merkel hat die Union zum Sieger der Bundestagswahl 2005 erklärt. "Rot-Grün ist abgewählt und das ist eine gute Nachricht", sagte Merkel in einer ersten Stellungnahme um 18.40 Uhr. CSU-Chef Stoiber sagte, man werde sehen, ob es möglich sei, unter Merkel eine stabile Regierung zu bilden.


Berlin - Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat klar gestellt, dass sie trotz des schwachen Wahlergebnisses der Union Anspruch auf das Amt der Bundeskanzlerin erhebt. Im Konrad-Adenauer-Haus sagte Merkel nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen: "Rot-Grün ist abgewählt und das ist eine gute Nachricht. Ich sage deshalb auch in Richtung des SPD-Vorsitzenden: Der Wahlkampf ist vorbei, und jetzt geht es darum, für die Menschen in Deutschland eine stabile Regierung zu bilden. Und dafür haben wir - die CDU und CSU - ganz eindeutig den Auftrag."

Die Union sei die stärkste Kraft in Deutschland und werde jetzt mit allen Parteien - außer der Linkspartei - Gespräche führen, um eine Regierung zu bilden.

Das schwache Ergebnis der Union kommentierte Merkel mit den Worten: "Für Schwarz-Gelb hat es wahrscheinlich nicht gereicht. Dennoch werden wir und werde ich diesen Wahlauftrag mit aller Kraft annehmen. Denn: Deutschland muss einen Weg der Reformen gehen - auch wenn viele Menschen sicher etwas Angst, etwas Sorge haben. Ich sage auch ganz freimütig, dass wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht hätten."

Auch CSU-Chef Edmund Stoiber betonte, dass die Union einen klaren Wählerauftrag zur Regierungsbildung habe. Der bayerische Ministerpräsident ließ allerdings offen, ob Angela Merkel am Ende zur Kanzlerin gewählt wird: "Die Union als stärkste Partei wird Gespräche mit allen Parteien außer der Linkspartei führen und dann sehen, ob eine stabile Regierung unter Frau Merkel zu Stande kommt." Die CSU, die erneut ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt habe, werde alles tun, um die Probleme zu lösen, die in den letzten sieben Jahren liegen geblieben seien.



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