München - Zuerst kostete die Gehaltsaffäre in der CSU den Fraktionschef Georg Schmid das Amt, jetzt erwischte es den nächsten bayerischen Spitzenpolitiker. Georg Winter gab am Montag seinen Rücktritt als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Landtag zum 1. Mai bekannt.
Winter war die Beschäftigung seiner damals 13- und 14-jährigen Söhne vorgeworfen worden. In dem Schreiben, das dem Bayerischen Rundfunk und der "Abendzeitung" vorliegt, weist der CSU-Politiker darauf hin, dass die Beschäftigung seiner Söhne seit dem Jahr 2000 nach Meinung zweier eigens dazu eingeschalteter Experten rechtmäßig gewesen sei. Kinder- oder jugendarbeitsschutzrechtliche Vorschriften seien dem nicht entgegengestanden. Dennoch heißt es in Winters Schreiben: "Unabhängig von diesen gutachtlichen Ergebnissen bedaure ich rückblickend aufrichtig mein damalig mangelndes Feingefühl. Hierfür entschuldige ich mich."
Die neue CSU-Fraktionschefin Christa Stewens nannte Winters Rücktritt "konsequent und richtig". Ob die Affäre für die CSU damit durchgestanden ist, vermochte Stewens nicht zu sagen. Sie betonte aber: "Die schwierigsten Fälle sind politisch aufgearbeitet." Sie habe aktuell auch "keine weiteren großen Befürchtungen".
Fraktionschef Schmid war vergangene Woche überdie üppige Bezahlung seiner Frau als Büro-Mitarbeiterin gestürzt. Außer Schmid hatten zuletzt noch weitere 16 CSU-Abgeordnete Ehegatten und Kinder angestellt. Der Landtag hatte diese Praxis im Jahr 2000 verboten, Altverträge blieben davon unberührt.
als/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Horst Seehofer | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH