Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Geheimbericht zu Extremismus: Verfassungsschützer warnen vor linker Gewalt

Steigende Gewaltbereitschaft, mehr Straftaten, große Anziehungskraft: Verfassungsschützer warnen nach SPIEGEL-Informationen vor militanten Linksextremen. Ein geheimer Bericht bezeichnet die Sicherheitslage als "verschärft" - betont aber auch, dass von linkem Terror keine Rede sein könne.

Krawalle bei Protest gegen G8-Treffen in Heiligendamm: Wendepunkt für Linksextreme Zur Großansicht
AP

Krawalle bei Protest gegen G8-Treffen in Heiligendamm: Wendepunkt für Linksextreme

Hamburg - Die Verfassungsschutzbehörden warnen nach Informationen des SPIEGEL vor einer wiedererstarkten militanten linken Bewegung. "Die Sicherheitslage hat sich merklich verschärft", heißt es in einem von den Verfassungsschutzämtern von Bund und Ländern erstellten geheimen "Lagebild gewaltorientierter Linksextremismus".

Die Zahl der als gewaltorientiert eingestuften Personen sei zwischen 2005 und 2010 um über 20 Prozent gewachsen und liege erstmals bei 6800, so das "VS - Vertraulich" eingestufte Lagebild. Demnach haben Linksradikale im ersten Quartal 2011 deutlich mehr Delikte begangen als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Die Verfassungsschützer machen die Aktionen gegen das G-8-Treffen in Heiligendamm 2007 als Beginn der Eskalation aus. Die globalisierungskritischen Proteste seien eine "Zäsur in der Entwicklung des deutschen Linksextremismus" gewesen. Die Vernetzung von neuentstehenden "Autonomen Vollversammlungen" könne "zum Zukunftsmodell" werden.

Sorgen bereitet den Geheimdiensten auch, dass es der militanten Linken gelungen sei, über das eigene Milieu hinaus attraktiv zu werden. Die Gewalt reiche "längst über das linksextremistische Kernspektrum in gewaltgeneigte, weniger ideologisch gefestigte oder anpolitisierte Bereiche der erlebnisorientierten Jugendkultur hinein". Allerdings sehen die Verfassungsschutzbehörden trotz der hohen Deliktzahlen "weder in ihrer Gesamtheit noch in Form herausragender Einzeltaten eine terroristische Dimension".

Sie widersprechen damit indirekt der Bewertung der Bundesanwaltschaft, die mehrere Ermittlungsverfahren übernommen hatte. Derzeit führt der Verfassungsschutz in der neueingerichteten Datei "Gewaltbereite Linksextremisten" 767 Personen. Eine soziologische Auswertung der Daten ergibt, dass es sich bei den aktiven militanten Autonomen um eine sehr junge Bewegung handelt.

Die meisten erfassten Aktivisten sind jünger als 26 Jahre (65 Prozent) und überwiegend Männer (84 Prozent). Die Verfassungsschutzbehörden haben die Überwachung der Szene, etwa durch V-Leute, in den vergangenen Monaten erheblich ausgeweitet und wollen nun eine Übersicht über Anschlagsziele und die Wohnorte von Verdächtigen erstellen.

otr

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 190 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. anstatt ...
Neinsowas 04.06.2011
...diese jungen Personen im Gespräch zu konfrontieren, werden sie beobachtet, ausspioniert und kriminalisiert. Immer das Gleiche. Gibt es für den sogenannten °Verfassungsschutz° wirklich keine anderen Methoden als die des 007 von 1958? Diese jungen Leute denken sich etwas, haben Informationen und beobachten ebenfalls sensibel. Wahrscheinlich die Meisten von ihnen. Soll da ein °altvertrautes Feindbild° auferstehen?
2. Wenn die Jungs so versorgt leben könnten
Berta, 04.06.2011
wie der Verfassungsschutz, würde es gar keine Linken geben.
3. im Westen nichts Neues
global payer 04.06.2011
Zitat von sysopSteigende Gewaltbereitschaft, mehr Straftaten, große Anziehungskraft: Verfassungsschützer warnen nach SPIEGEL-Informationen vor militanten Linksextremen. Ein geheimer Bericht bezeichnet die Sicherheitslage als "verschärft" - betont aber auch, dass von linkem Terror keine Rede sein könne. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,766666,00.html
Eine Allianz korrupter Banker veruntreut das Volksvermögen, schwarze und gelbe Parteispendenaffairen ohne das man CDU und FDP verbietet, Atomkraftwerke, die ohne Einhaltung der juristischen Wege gebaut wurden (Brokdorf-Stoltenberg)illegale Lagerung von Atommüll (unser Angie), usw. aber die Linken, die sind gefährlich, auch wenn man nix konkretes hat... nicht zu fassen, diese Frechheit!
4. davon träumt ihr
fettwebel 04.06.2011
Den Widerstand kriminalisieren. Träumt weiter. Euer extremster Feind ist das Leben.Das wächst,wie Gras auf der Wiese.
5.
...ergo sum, 04.06.2011
Zitat von Neinsowas...diese jungen Personen im Gespräch zu konfrontieren, werden sie beobachtet, ausspioniert und kriminalisiert. Immer das Gleiche. Gibt es für den sogenannten °Verfassungsschutz° wirklich keine anderen Methoden als die des 007 von 1958? Diese jungen Leute denken sich etwas, haben Informationen und beobachten ebenfalls sensibel. Wahrscheinlich die Meisten von ihnen. Soll da ein °altvertrautes Feindbild° auferstehen?
Man will vom eigenen GGwidrigen Handeln in allen Parteien ect. ablenken, Marke "Haltet den Dieb ..." Gesetzgeberisch und EU-politisch eine Sauerei nach der Anderen für das eigene Volk unter völliger Mißachtung international geltender und von D unterzeichneter Verträge, GG und deutscher Gesetze, aber seit einigen Jahren zunehmend auf die angeblich ach so bedrohende "Gewalt" durch die bösen Linken. Es ist derartig durchschaubar das man wahrlich völlig taub, blind und auch verblödet sein muß um das nicht erkennen zu können. Also ich weiß jeden tag genau wo die Verfassungsfeinde und damit die Feinde einer deutschen Demokratie gerade hocken, aber auch von wem sie u.a. (leider) noch bezahlt werden. Da geht mein Blick aber nicht in Richtung irgendwelcher ominöser "Linker".
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Anschlag in Berlin: Brandattacke mit neuer Qualität

SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: