Geheimdienst: NS-Verbrecher sollte für den BND Fidel Castro ausspionieren

Vier Jahre lang hat der Bundesnachrichtendienst den ehemaligen NS-Verbrecher Walther Rauff beschäftigt. Nach SPIEGEL-Informationen sollte der Erfinder der mobilen Gaskammer Fidel Castro ausspionieren. Heute distanziert sich der BND von seinem Ex-Mitarbeiter.

Hamburg - Der Bundesnachrichtendienst hat nach SPIEGEL-Informationen den ehemaligen SS-Standartenführer und NS-Verbrecher Walther Rauff zwischen 1958 und 1962 als Agenten beschäftigt. Der damals in Chile lebende Rauff hatte 1941 mobile Gaskammern entwickelt und deren Einsatz koordiniert.

Für den BND sollte Rauff Informationen aus Kuba besorgen; er erhielt vom BND insgesamt mehr als 70.000 Mark und wurde von diesem gedeckt. Obwohl ein Haftbefehl vorlag, schulte der Dienst Rauff in der Bundesrepublik.

Heute distanziert sich der BND von seinem ehemaligen Mitarbeiter. Die Anwerbung Rauffs sei "politisch und moralisch in keiner Hinsicht vertretbar", erklärte Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND gegenüber dem SPIEGEL.

aar

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Aufarbeitung Nazi-Zeit und Stasi-Zeit
mimas1789 25.09.2011
Mal ehrlich: es ist weder damals noch aktuell eine ernsthafte und konsequente Aufarbeitung durchgeführt worden. Ist ja auch garnicht gewollt. Die Bonzen von damals und heute schützen sich gegenseitig. Der Staat und die Kircjhen mischen mit. Nur den kleinen Mittläufer hängt man. So war es früher, ist es heute und wird es morgen sein. Oder kann mir irgendjemand hier erklären, wieso die alte Honecker eine Staatsrente bekommt statt regelmäßig 3 Mahlzeiten im Knast bis zum Lebensende?
2. alles mit Wissen
Stammzelle 25.09.2011
des Superdemokraten Adenauer, der gegen Kurt Schumacher eine Hetzkampagne als Vaterlandsverräter initierte, aber gleichzeitig die größten Naziverbrecher unbehelligt ließ und sogar für die eigenen Dienste rekrutierte. Er war der widerlichste Kanzler, den die Bundesrepublik je hatte.
3. BND bei den Nachbarn, das ist die Schweinerei.
mitbestimmender wähler 25.09.2011
Aha, verwunderlich? Nein! Na was machte den der BND bei seinem Nachbarn (CH) in den letzten Jahren? Einige BNDler konnten froh sein wurden sie von den Sicherheitsdiensten bemerkt. Der Bürger auf der Strasse würde sie wohl erschiessen. Die Einmischung mit Geld der EU in die Schweizer Politiklandschaft ist eine andere Schweinerei die ins gleiche Horn blässt. Die Linken müssen nicht von der EU quer subventoniert und stark gemacht werden, hier ist nicht EU Gebiet. Und ganz niederträchtig sind die BND Einsätze gegen EU Mitglieder Frankreich, England und Nordstaaten...... da kann man nur Pfui sagen. Nun der Schweizer Bürger zahlt es bei jeder Abstimmung Berlin/Brüssel heim.
4. Trotz Haftbefehl keine Anklage wegen Zusammenarbeit?
vantast64 25.09.2011
Sicher, in der BRD genossen alte Nazis viele Vergünstigungen, aber bei einer so einfachen Sachlage wie hier hätte man doch die Anklage führender BND-Beamten erwarten dürfen? Andererseits verstehe ich schon, daß man die Zusammenarbeit mit alten Nazis nicht verfolgen darf, wenn der BND mit neuen Nazis zusammenarbeitet.
5. "Politisch und moralisch vertretbar"
Koltschak 25.09.2011
"Heute distanziert sich der BND von seinem ehemaligen Mitarbeiter. Die Anwerbung Rauffs sei "politisch und moralisch in keiner Hinsicht vertretbar", erklärte Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND gegenüber dem SPIEGEL." Es waren damals halt andere Zeiten. Kurz nach dem Krieg war es besonders politisch und "moralisch vertretbar". Alle Menschen waren unschuldig, nur einige Böse haben den Krieg geführt. Erst 1958 ist mit der "Aktion Sühnezeichen" die erste Organisation mit dem ausdrücklichen Ziel: Gegen den Nazismus entstanden. Und die hatte es in den Anfangsjahren schwer genug.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Walther Rauff
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 34 Kommentare
  • Zur Startseite