Kommunalwahl Neuwahlen nach Manipulationen im bayerischen Geiselhöring

Bei Kommunalwahlen in Bayern wurden im vergangenen Jahr Hunderte Wahlzettel manipuliert, Nicht-Wahlberechtigte hatten mitabgestimmt. Jetzt werden 79.000 Bürger erneut an die Urnen gerufen.

Ein Ortsschild der Stadt Geiselhöring: Ermittlungen gegen fünf Verdächtige
DPA

Ein Ortsschild der Stadt Geiselhöring: Ermittlungen gegen fünf Verdächtige


Straubing/Geiselhöring - Knapp elf Monate nach der Kommunalwahl in Bayern werden die Bürger im Landkreis Straubing-Bogen an diesem Sonntag erneut zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Regierung von Niederbayern hatte die Wahl vom vergangenen März für ungültig erklärt, weil im Ort Geiselhöring auch Erntehelfer gewählt hatten.

85 Personen, die an der Wahl teilgenommen hatten, waren gar nicht wahlberechtigt, 260 Stimmzettel waren nicht von den Wahlberechtigten selbst ausgefüllt worden. Deshalb sind nun 79.000 Bürger erneut zur Wahl des Kreistags, Stadtrats und des Bürgermeisters von Geiselhöring aufgerufen.

Im Kreistag hatte die CSU im Vorjahr 31 der 60 Sitze erobert. Als Bürgermeister hatte sich Herbert Lichtinger (CSU) mit 2132 Stimmen (53,8 Prozent) durchgesetzt. Der bisherige Amtsinhaber Bernhard Krempl (Freie Wähler) hatte 1829 Stimmen (46,2 Prozent) erhalten. Der Unterschied von 303 Stimmen könnte durch das Votum der Erntehelfer erzielt worden sein. Beide Politiker treten am Sonntag erneut an.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt wegen Wahlmanipulation gegen fünf Verdächtige, darunter eine Spargelbäuerin, die im März für die CSU in den Stadtrat eingezogen war.

Ein grafologisches Gutachten hatte ergeben, dass die untersuchten 260 Stimmzettel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur von fünf Personen ausgefüllt worden waren. Im Vorjahr hatte die CSU im Wahlbezirk der Spargelbäuerin ungewöhnlich viele Stimmen bekommen. Die 49-jährige, die inzwischen aus der CSU ausgetreten ist, beteuerte ihre Unschuld.

mak/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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Stäffelesrutscher 31.01.2015
1.
Guten Flug, liebe Wahlbetrüger!
bayrisch 31.01.2015
2. Tja
Jetzt weiß man , warum kritische Parteien wie z.B. die AfD immer mit 4,9...scheitern! Da werden ganze Säcke mit weggeworfenen Stimmzetteln gefunden-Hamburg-. In Berlin redet ein Wahlleiter davon, AfD Stimmen zu entsorgen. Den Verantwortlichen passiert natürlich nichts! Hauptsache die regierenden Parteien haben keinen Nachteil, sondern einen Vorteil. Weit sind wir mit diesen Politikdarstellern gekommen!
konstrukteur 31.01.2015
3. und wieviele
Vorfälle sind nicht aufgefallen bzw. waren viel größer angelegt und keinen interressierts?
fidelax 31.01.2015
4. Was soll das?
Sogenannte Volksparteien dürfen das vermutlich.
pb-sonntag 31.01.2015
5. Die Machtbesessenheit ...
... der CSU kennt wohl keine Grenzen, dass sie sogar Wahlfälschungen a la DDR, oder anderer Diktaturen kopierten.
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