Gen-Debatte Parteien fordern weltweites Klon-Verbot

Die Geburt der angeblich ersten Klonbabys hat auch in Deutschland eine Debatte über ethische Grenzen in der Genforschung angefacht. Aus SPD, FDP und Union wurden Forderungen nach einem weltweiten Verbot des reproduktiven Klonens von Menschen laut.


Edelgard Bulmahn: Internationale Initiative gegen reproduktives Klonen
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Edelgard Bulmahn: Internationale Initiative gegen reproduktives Klonen

Hamburg - Die Union ging dabei noch einen Schritt weiter als SPD und FDP und forderte auch das Verbot des so genannten therapeutischen Klonens, das in ferner Zukunft bei der Therapie heute unheilbarer Krankheiten helfen soll.

Die Unionsfraktion wolle im Bundestag noch im Januar über einen entsprechenden Antrag abstimmen lassen, berichtete die "Welt am Sonntag". Darin werde die Bundesregierung aufgefordert, in internationalen Verhandlungen mit allem Nachdruck für eine Vereinbarung zu kämpfen, "die jede Art des menschlichen Klonens verbietet".

Bislang wolle sich die Bundesregierung offenbar die Möglichkeit therapeutischen Klonens offen halten, sagte die CDU-Politikerin Maria Böhmer. Deshalb müsse der Bundestag nochmals seine Position deutlich machen und die Bundesregierung darauf verpflichten.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn schrieb in der "Bild am Sonntag", Deutschland mache sich bereits seit einem Jahr zusammen mit der französischen Regierung bei den Vereinten Nationen für das Verbot reproduktiven Klonens stark. In Deutschland sei das reproduktive Klonen von Menschen verboten und werde schwer bestraft.

CDU-Politikerinnen Maria Böhmer (l.), Angela Merkel: Auch therapeutisches Klonen verbieten
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CDU-Politikerinnen Maria Böhmer (l.), Angela Merkel: Auch therapeutisches Klonen verbieten

Die Nachricht von der Geburt des angeblich ersten geklonten Babys habe sie erschüttert, schrieb Bulmahn. Allein der Versuch, genetisch identische Menschen zu erzeugen, verletze die Menschenwürde. "Das ist auch mit der Freiheit der Wissenschaft nicht zu rechtfertigen."

Die FDP kritisierte, trotz jahrelanger Diskussionen sei ein internationales Verbot des reproduktiven Klonens noch immer nicht in Kraft. Bundeskanzler Gerhard Schröder müsse nun zusammen mit Frankreich und den USA die Initiative ergreifen.



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