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Genossen auf Schrumpfkurs: CDU überholt SPD als mitgliederstärkste Partei

Die Christdemokraten können triumphieren, für die Genossen ist es ein weiterer Rückschlag: Die CDU hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mehr Parteimitglieder als die SPD. CDU-Generalsekretär Pofalla will die Zahlen am Montag offiziell vorstellen.

Berlin - In Umfragen liegt sie schon seit Monaten fast uneinholbar vor der SPD, jetzt ist die CDU auch bei der Zahl der ausgegebenen Parteibücher stärker als die Genossen: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik hat die CDU die SPD als mitgliederstärkste Partei überholt.

CDU-Chefin Merkel: Ihre Partei hat jetzt mehr Mitglieder als die SPD
DPA

CDU-Chefin Merkel: Ihre Partei hat jetzt mehr Mitglieder als die SPD

Dies berichtete die "Financial Times Deutschland" am Freitag unter Berufung auf Parteikreise. Eine CDU-Sprecherin wollte die Meldung gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht bestätigen, verwies aber auf ein Pressestatement von Generalsekretär Ronald Pofalla zur Mitgliederentwicklung der CDU am Montag im Berliner Konrad-Adenauer-Haus. Dabei soll auch ein neues Plakatmotiv vorgestellt werden.

Ende Mai lag die SPD mit 531.737 Mitgliedern noch knapp vor der CDU, die damals 531.299 eingeschriebene Anhänger aufwies. Die Sozialdemokraten verloren damit innerhalb eines Monats per Saldo erneut 1700 Genossen.

"Es kann durchaus sein, dass die CDU die SPD bei den Mitgliedszahlen überholt hat", erklärte dazu ein SPD-Sprecher am Freitagabend, "allerdings ist dies kein Grund zum Jubeln, denn unterm Strich verliert auch die CDU unter der Führung von Frau Merkel weiter Mitglieder. Unser Ziel ist es bei der Bundestagswahl sowohl bei den Wählerstimmen, als auch bei den Mitgliedszahlen die Nase vorn zu haben."

Kontinuierliches Minus seit 1976

Mit über einer Million Mitgliedern hatte die SPD 1976 ihren Höchststand verzeichnet. Neueintritte konnten seitdem die Zahl von Sterbefällen und Austritten nicht ausgleichen. Derzeit verzeichnet die Volkspartei nach eigenen Angaben ein durchschnittliches monatliches Minus von rund 1600 Mitgliedern, in den Vorjahren habe die SPD jährlich rund 24.000 Genossen verloren, hieß es im Willy-Brandt-Haus.

Zum Höhepunkt des parteiinternen Streits um die "Agenda 2010"-Reformen des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder in den Jahren 2003 und 2004 habe der Schwund sogar rund 50.000 Mitglieder jährlich betragen. Auch die CDU muss allerdings seit Jahren kontinuierliche Mitgliederverluste hinnehmen.

Die CDU hatte nach dem Mauerfall mit 750.000 Mitgliedern ihr Rekordergebnis. Bei einer gemeinsamen Mitgliederzählung der Unionsparteien hätten CDU und CSU schon länger die Nase vorn gehabt. Die bayerische Schwesterpartei zählte im April rund 167.000 Mitglieder. Das Problem der schwindenden Mitgliederzahl haben alle politischen Parteien: Nur die Linke konnte die Zahl nach dem Zusammenschluss von PDS und WASG steigern und kam Ende 2007 auf 72.000 Mitglieder. Die FDP hatte im April rund 64.400 Mitglieder, die Grünen hatten etwa 44.300.

hen/flo/ddp/AP/dpa

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