CSU-Minister Müller "Flüchtlingsdebatte in Deutschland völlig übertrieben"

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) hat die deutsche Debatte um Flüchtlinge kritisiert. Dass die Weltgemeinschaft nicht einmal die Hälfte der Hilfe für Kriegsopfer in Syrien und Jemen finanziere, findet er beschämend.

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
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Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung


In der Debatte um die Asylpolitik in Deutschland und Europa hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mehr Engagement bei der Linderung von Problemen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge angemahnt.

Zentraler Bestandteil des "Masterplans Migration" von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei auch die Bekämpfung von Fluchtursachen, sagte Müller der "Passauer Neuen Presse". In den vergangenen Tagen seien 270.000 Menschen vor den Bomben in Syrien geflohen. "Im Jemen kämpfen zehn Millionen Kinder ums Überleben. Dort ist die Cholera ausgebrochen."

Laut Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sind aus Syrien bislang mehr als fünf Millionen Menschen geflohen. Allein der nördliche Nachbar Türkei beherbergt 3,3 Millionen syrische Kriegsflüchtlinge, der Libanon eine knappe weitere Million. Für die Versorgung dieser Syrer stehen laut UNHCR aktuell nicht annähernd genug Mittel bereit.

Es sei beschämend, dass die Weltgemeinschaft beim Sterben zuschaue, dort sei nicht einmal die Hälfte des Hilfsbedarfs gedeckt. "Da ist die Flüchtlingsdebatte in Deutschland doch völlig übertrieben und greift zu kurz. Wir müssen endlich unsere Verantwortung in den Herkunftsstaaten wahrnehmen", sagte Müller.

Nach Koalitionskrach "am Riemen reißen"

Den Konflikt mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über Zurückweisungen bestimmter Flüchtlinge an der deutschen Grenze hatte der Innenminister zuvor für beendet erklärt. Müller räumte ein, der Streit habe den Start der Großen Koalition stark belastet.

Er forderte: "Bei der Wahl der Worte und der Sprache müssen wir uns alle am Riemen reißen. Die letzten vier Wochen waren kein Vorbild in der politischen Kommunikation." Das habe viel Kredit gekostet. Einer neuen Umfrage zufolge büßten zuletzt sowohl die Unionsparteien als auch die SPD ein, die AfD legte auf einen Rekordwert zu.

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cht/dpa



insgesamt 152 Beiträge
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INGXXL 09.07.2018
1. Schöne Worte, aber kaum
Eine Regierung wird das wirklich unterstützen. Jetzt geht es vor allem die Flüchtlinge von Europa fernzuhalten. Trump sind die Länder sowieso egal und wird die Schuld seinem Vorgänger zu schieb, womit er nicht mal Unrecht hat.
huz6789 09.07.2018
2. Vernünftig
Die CSU kann auch vernünftig und gemäßigt. Welche Wohltat.
ralph.lobenstein 09.07.2018
3. Golfstaaten
was tun/geben die Golfstaaten um die Not zu lindern ? Nehmen sie Flüchtlinge aus ihren NachbarlänSyrien,Irak auf?Das wäre doch sinnvoll,kurze Wege,gleiche Sprache,gleiche Religion,viel Plat und Geld vorhanden.
Das dazu 09.07.2018
4. Welche Partei hat es denn hochgekocht?
Welche Partei mit einem C im namen spielt Arme gegen Abgehängte aus wahlkampftaktischen Gründen gegeneinander aus? Aus welcher Partei sind die Männer, die da zum Hallali geblasen hatten vor wenigen Wochen? Aus welcher Partei sind die Unterstützer des österreischen und italienischen Abschottungskurses? Es war und ist die CSU, seine eigene Partei. War er im Tiefschlaf die letzte Zeit und hat nichts mitbekommen oder soll er jetzt die Wogen glätten mit solchen Schuldzuweisungen? Nach dem Motto, werfen wir Dreck auf andere, sieht keiner mehr, was für ein dreckiger Haufen wir selbst sind.
vikkru 09.07.2018
5. Meine Güte!
Ein CSU Mitglied mit Verstand! Welch ein Wunder! Recht hat er! @ralph.lobenstein Warum glauben Sie die Flüchtlinge hätten die gleiche Religion?
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