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Minister Müller über Flüchtlingscamps: "Es droht der Ausbruch der Cholera"

"Dramatische Lage": Das Leben im Flüchtlingscamp Fotos
AP/dpa

Die Zustände in den Flüchtlingslagern rund um Syrien sind laut Entwicklungsminister Müller katastrophal. "Die Menschen leben in Nässe und Dreck." Die Sorge des CSU-Politikers: Tausende könnten sich auf den Weg nach Deutschland machen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt davor, dass sich die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland im Winter deutlich erhöhen könnte. Als Ursache nennt er die teils katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern rund um Syrien.

"Die Lage ist dramatisch", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" über die Situation in den Flüchtlingslagern im Nordirak und anderen Nachbarländern Syriens. "Es gibt keine Winterzelte, stattdessen leben die Menschen in Nässe und im Dreck", sagte Müller. "Es droht der Ausbruch der Cholera." (Hier lesen Sie mehr darüber, welche Probleme der Winter für Flüchtlinge mit sich bringt.)

Um die Flüchtlingskrise zu bewältigen, schlägt Müller die Einrichtung eines Uno-Flüchtlingsfonds vor. Es handle sich um eine globale Aufgabe, an der sich alle Staaten im Rahmen ihrer Größe und wirtschaftlichen Stärke beteiligen müssten, sagte er am Mittwoch bei den Haushaltsberatungen im Bundestag.

Die Weltgemeinschaft tue zudem viel zu wenig, um die Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Finanzierungslücke beim Welternährungsprogramm etwa sei "beschämend". Auch die im neuen EU-Haushalt vorgesehenen Mittel für Flüchtlinge reichen nach Müllers Einschätzung nicht aus: "Vier Milliarden sind für die historische Herausforderung eindeutig zu wenig."

Gleichzeitig begrüßte Müller die Initiative von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), einen deutsch-französischen Zehn-Milliarden-Fonds zur Stabilisierung der syrischen Nachbarländer einzurichten. Damit könne verhindert werden, dass sich die Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland machen", zitiert die Zeitung Müller. Es sei wichtig, Syriens Nachbarländer zu unterstützen, "sonst laufen alle davon in Richtung Europa, oder es verlieren viele Tausende Menschen ihr Leben".

aar/dpa

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