"Reichlich unfair" Schröder kritisiert "ideologische" Sotschi-Berichterstattung

Diskriminierung, Naturschäden und Ekel-Erfahrungen in Hotels zum Trotz: "Es ist eine tolle Situation", urteilt Altkanzler Gerhard Schröder über die Winterspiele in Sotschi. Die kritische Berichterstattung in Deutschland hält er für "ideologisch geprägt".

Schröder mit IOC-Chef Bach: Lob für die Ausrichter
AFP

Schröder mit IOC-Chef Bach: Lob für die Ausrichter


Hamburg - Einst hatte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin als "lupenreinen Demokraten" bezeichnet, nun kann Altkanzler Gerhard Schröder auch den Winterspielen in Sotschi nur Gutes abgewinnen. "Es ist eine tolle Situation", sagt er im Interview mit dem Sport-Informationsdienst sid. Die Kritik in Deutschland an dem Sportereignis kann er nicht nachvollziehen. "Die Berichterstattung, speziell bei uns, ist reichlich unfair", sagte er. "Das ist ideologisch geprägt und nur sehr selten unvoreingenommen. Da sollten einige, die so berichten, mal neu nachdenken."

Schon vor Beginn der Spiele war heftige Kritik an der Veranstaltung und Präsident Wladimir Putin aufgekommen. So gelten die "Putin-Spiele" als die teuersten Winterspiele der Geschichte. Zudem rief das Gesetz gegen die "Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen" weltweite Proteste hervor. Widerstand regte sich zudem gegen die Eingriffe in die Natur. Vor der Eröffnung am Freitag war die chaotische Hotelsituation das bestimmende Thema in Sotschi.

Schröder, der beim russischen Energiekonzern Gazprom - einem der größten Sponsoren der Winterspiele - beschäftigt ist, lobte trotz allem die Ausrichter. "Ich war gelegentlich in der Bauphase hier und immer davon überzeugt, dass Russland es schaffen und würdige und gute Spiele organisieren wird", sagte der 69-Jährige. "Jetzt haben sie auch noch Glück mit dem Schnee."

vks/sid

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