Altkanzler wehrt sich Schröder sieht durch Rosneft-Posten keinen Schaden für SPD

Altkanzler Schröder zeigt sich von der parteiinternen Kritik an seinem möglichen Posten bei einem russischen Ölkonzern unbeeindruckt. Spitzenkandidat Schulz sagt er trotz unterschiedlicher Ansichten Hilfe zu.

Gerhard Schröder
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Altkanzler Gerhard Schröder will sich trotz der kritischen Anmerkungen seiner Parteifreunde nicht von dem Plan abbringen lassen, einen Posten beim russischen Ölkonzern Rosneft zu übernehmen. "Ich glaube nicht, dass ich mit dem Mandat meiner Partei schade", sagte er der Schweizer Zeitung "Blick".

Schröder will Aufsichtsrat bei dem Unternehmen werden, das wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit EU-Sanktionen belegt ist. "Ich werde mich zur Wahl stellen, trotz aller Kritik, die ich für falsch halte."

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte zu den Ambitionen seines Parteifreunds zuvor gesagt: "Ich würde es nicht tun." Nach einer möglichen Kanzlerschaft werde er nicht in die Privatwirtschaft gehen. Schröder antwortete nun darauf: "Jeder muss selber wissen, was er sagt. Ich werde Martin Schulz' Wahlkampf trotzdem unterstützen, wenn er das will."

Rosneft-Chef Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, zu dem Schröder freundschaftliche Beziehungen pflegt. Die Wahl zum Rosneft-Aufsichtsrat, die nach Einschätzung von Experten als Formalie gilt, ist russischen Medienberichten zufolge für den 29. September geplant.

Schröder sagte in dem Interview weiter, die Deutschen hätten großes Interesse an vernünftigen Beziehungen zu Russland. Er glaube auch, "dass es den Rosneft-Arbeitnehmern in Deutschland und den Gewerkschaften nicht unwohl ist, wenn ein Deutscher an wichtiger Stelle mit dabei ist".

Das Erdölunternehmen hat in Deutschland nach Angaben der Zeitung Tausende Angestellte. Sein Salär bezifferte Schröder auf rund 350.000 Dollar (298.000 Euro).

Zugleich lobte er den umstrittenen Vorschlag von FDP-Chef Christian Lindner, im Verhältnis zu Russland die Krim nicht weiter zum Thema zu machen: "Der Vorsitzende der Freien Demokraten ist weiter als diejenigen, die meinen, dass ihnen Russland-Bashing im Wahlkampf hilft", sagte er. "In der Krim-Frage wird sich nichts ändern, alle anderen Fragen sollte man getrennt klären.

mho/dpa

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mundusvultdecipi 17.08.2017
1. Viel schlimmer als Schröder..
..empfinde ich die Posten der Herren Wissmann,von Klaeden,Pofalla u.a.die direkt durch ihrern Lobbyismus in die die deutsche Politik eingreifen.
sxaic 17.08.2017
2. Erbärmlich
Seinerzeit habe ich diesen Menschen gewählt und große Hoffnung in ihn gesetzt. Inzwischen bedaure ich meine Stimme von damals. Er hat fortgesetzt seinen schlechten Charakter offenbart. Rosneft ist nur der bisherige Gipfel. Der Mann denkt nur an sich selbst und kennt dabei weder Anstand noch Skrupel. Als Altkanzler ist er belanglos. Geh weiter Geld scheffeln, Gerhard, bei deinen russischen Buddies. Hier vermisst dich eh keiner.
stefan.p1 17.08.2017
3. Ich bin der festen Überzeugung
das die SPD, nach 12Jahren Merkel , sich die Finger nach einem Kandidaten mit einem Format wie Schröder lecken würde! Und das SPD`ler wie Martin Schulz, dessen höchste demokratische Weihe die Bürgermeisterwahl von Würselen ist, Schröder wegen seiner Arbeit bei Rosneft kritisieren, zeugt doch vom kleinkarrierten Denken der Sozis. Mit solchem höchst mittelmäßigen Personal wird es die SPD nie schaffen die mittelmäßige Kanzlerin bei der BW Wahl zu besiegen.
hevopi 17.08.2017
4. Natürlich kann Herr Schröder machen,
was er will und in seinem Alter ist so eine Herausforderung sicher gut. Darum geht es aber auch nicht, sondern darum, dass Einkünfte (auch von ehemaligen Politikern) "normal" versteuert werden. Auch Rentner müssen jetzt von ihren Einkünften Steuern bezahlen, bitte keine Privilegien für ehemalige Politiker.
fluxus08 17.08.2017
5. Was soll denn Gerhard Schröder auch anderes sagen?
Natürlich findet er seinen mit 350.000 Dollar dotierten Posten klasse und es sollte doch auch keinen überraschen, dass er Christian Lindner dafür lobt, die Annektion der Krim als abgeschlossenes Kapitel zu betrachten - ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass das etwas mit seinem Posten zu tun hat..........
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