Altkanzler Schröder zur Flüchtlingskrise "Merkel hatte Herz, aber keinen Plan"

"Kein Mensch darf auf der Flucht durch Europa sterben." Altkanzler Gerhard Schröder schlägt vor, die Flüchtlingspolitik humanitärer zu organisieren - aber den Zugang zu begrenzen. Kanzlerin Merkel kritisierte er.

Schröder in Wien: Der humanitäre Anspruch müsse im Mittelpunkt der Politik stehen
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Schröder in Wien: Der humanitäre Anspruch müsse im Mittelpunkt der Politik stehen


Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat für die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gleichermaßen lobende wie kritische Worte gefunden. "Frau Merkel hatte Herz, aber eben keinen Plan", sagte er am Montag in einem Vortrag beim österreichischen Energiekonzern OMV.

Schröder sprach sich in der Flüchtlingskrise für Einwanderungskontingente aus. "Wir brauchen ein Lösung, die den Strom der Flüchtlinge kontrolliert und, ja, auch begrenzt", sagte Schröder. "Eine Politik der Abschottung wird genauso wenig funktionieren wie eine Politik der einfach nur offenen Tür." So wie bisher könne es jedenfalls nicht weitergehen. Die Aufnahmekapazitäten seien begrenzt, die Helfer am Ende ihrer Kräfte.

Solche Kontingentflüchtlinge, die nicht das Asylverfahren durchlaufen müssten, könnten sofort eine Arbeit aufnehmen, meinte Schröder. So ein Ansatz sei bereits vor Jahrzehnten für die Bootsflüchtlinge aus Vietnam realisiert worden und aktuell auch - wenn auch in viel zu kleiner Zahl - für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge. Eine Voraussetzung sei jedoch die faire Verteilung von Flüchtlingen in der EU.

Im Mittelpunkt der europäischen Flüchtlingspolitik sollte der humanitäre Anspruch stehen, "kein Mensch darf auf der Flucht durch Europa sterben", so der SPD-Politiker.

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sun/dpa

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