Gerichtsstreit Biograf unterliegt den Söhnen Kohls

Heribert Schwan hat die Biografie von Hannelore Kohl verfasst - und in einem Interview behauptet, die Söhne der ehemaligen Kanzlergattin seien mitschuldig an deren Tod. Nach SPIEGEL-Informationen haben Walter und Peter Kohl nun vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Autor erwirkt.  

Familie Kohl 1981 im österreichischen St. Gilgen: Familienidylle vergangener Tage
DPA

Familie Kohl 1981 im österreichischen St. Gilgen: Familienidylle vergangener Tage


Hamburg - Die Söhne von Helmut und Hannelore Kohl haben nach SPIEGEL-Informationen einen juristischen Sieg gegen den Biografen ihrer Mutter errungen. Der Journalist Heribert Schwan, Autor des Buchs "Die Frau an seiner Seite - Leben und Leiden der Hannelore Kohl", darf laut einer einstweiligen Verfügung des Hamburger Landgerichts Behauptungen über die frühere Kanzlergattin und ihre Kinder nicht wiederholen.

In einem Interview mit dem Online-Magazin news.de hatte Schwan über Peter und Walter Kohl gesagt: "Beide müssen den Vorwurf hinnehmen, dass sie die Mutter im Stich gelassen haben ... sie sind mitschuldig am Tod der Mutter." Hannelore Kohl beging 2001 Selbstmord.

Am 5. Juli dieses Jahres hat sich ihr Todestag zum zehnten Mal gejährt. In Abschiedsbriefen hatte sie ihren Suizid mit einer seltenen, schmerzhaften Lichtallergie begründet.

Schwans Biografie schildert Hannelore Kohl als eine extrem einsame Frau, die unter vielen Zwängen leidend über Jahre an diesen zugrunde ging. Zeitnah war auch das Werk von Kohls jüngerem Sohn Walter erschienen: "Leben oder gelebt werden", eine bittere Anklage und Abrechnung mit dem Vater. Der beklagte "die öffentliche Zurschaustellung und Vermarktung meines Privatlebens durch Dritte". Über sein Büro ließ Helmut Kohl verlauten, dass die Veröffentlichungen die Grenzen von Geschmack und Anstand weit überschreiten würden und "in wesentlichen Punkten mit der Wahrheit nicht in Einklang" stünden.

aar

insgesamt 12 Beiträge
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Chris110 25.09.2011
1. Re
Hier hat Kohl doch teilweise recht: Warum wird all diese schmutzige Wäsche öffentlich gewaschen? Woher sollen wir wissen, was in der Familie Kohl genau vorgefallen ist? Das wissen allein die Kohls. Sowas bespricht man privat.
McMacaber 25.09.2011
2. ..
"Beide müssen den Vorwurf hinnehmen, dass sie die Mutter im Stich gelassen haben ... sie sind mitschuldig am Tod der Mutter." absolut widerlich.
Indigo76 25.09.2011
3. Titelverweigerer
Jeder, in dessen näherem Umfeld jemand Selbstmord begangen hat, kenn das Gefühl der Schuld. Ob begründet oder nicht; er wird sich fragen, ob er mehr hätte tun können. Da muss nicht erst ein schmieriger Journalist kommen und Eimerweise Salz in die sicherlich tiefen Wunden schütten. Das ist verachtenswert.
Suppenhahn 25.09.2011
4. Fachlich mangelhaft
Zitat von sysopHeribert Schwan hat die Biograf von Hannelore Kohl verfasst - und in einem Interview behauptet, die Söhne der ehemaligen Kanzlergattin*seien mitschuldig an ihrem Tod. Nach SPIEGEL-Informationen haben Walter und Peter Kohl*nun vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Autor erwirkt.** http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,788230,00.html
Eine einstweilige Verfügung ergeht ohne Anhörung der gegnerischen Partei. Insofern hat also keine Verhandlung stattgefunden, auch ist die Entscheidung nicht endgültig. SpOn übt sich in letzter Zeit darin, ein eher niedriges Qualitätsniveau weiter zu unterbieten. Man hat das Gefühl, das Niveau sei derzeit auf dem Weg nach unterhalb der Boulevard-Presse.
deltacentauri, 25.09.2011
5. Indiskutabel
Zitat von sysopHeribert Schwan hat die Biograf von Hannelore Kohl verfasst - und in einem Interview behauptet, die Söhne der ehemaligen Kanzlergattin*seien mitschuldig an ihrem Tod. Nach SPIEGEL-Informationen haben Walter und Peter Kohl*nun vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Autor erwirkt.** http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,788230,00.html
Sich an dem Leid anderer aufgeilen und mit unbelegbaren Behauptungen Geld verdienen - das ist Gossenjournalismus, der weit unter BILD-Niveau rangiert. So einen Schmierenjournalisten als "Biografen" zu bezeichnen, ist schlichtweg ein Witz.
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