Germania-Pleite Bundespolizei muss Charterjet für Abschiebung mieten

Die Pleite der Germania sorgt nicht nur bei Urlaubern für Durcheinander. Nach SPIEGEL-Informationen musste auch eine Abschiebung auf den Balkan umorganisiert werden.

Polizisten bringen einen jungen Afghanen zum Abschiebebereich des Flughafens Frankfurt/Main
DPA

Polizisten bringen einen jungen Afghanen zum Abschiebebereich des Flughafens Frankfurt/Main


Am Dienstag musste die Bundespolizei nach SPIEGEL-Informationen eine geplante Abschiebung nach Albanien und in den Kosovo unter massivem Zeitdruck neu planen, da der entsprechende Germania-Flug ausgefallen war.

Ursprünglich hatte die Bundespolizei für Dienstag im Auftrag der EU-Grenzschutzagentur Frontex die Rückführung von rund 30 ausreisepflichtigen Albanern nach Tirana und 20 Personen aus dem Kosovo nach Pristina organisiert. Gemeinsam mit einer Gruppe Beamten sollten sie um 12 Uhr von Frankfurt/Main mit dem Germania-Flug ST 1020 abheben.

Nach dem spontanen Flugausfall musste die Bundespolizei unter Zeitdruck umdisponieren. Am Ende blieb keine andere Möglichkeit, als für die Abschiebung einen Airbus-Jet des privaten Unternehmens Sundair zu chartern. Die kleine Fluglinie betreibt mit einer Handvoll Maschinen Ferienflüge, bietet aber auch Charter-Gruppenreisen an.

Erhebliche Kosten durch die Umplanung

Billig war die spontane Planänderung nicht. In Behördenkreisen hieß es am Mittwoch, der spontan gemietete Charterjet für die Abschiebung habe eine sechsstellige Summe gekostet, in Branchenkreisen war von rund 80.000 Euro die Rede. Da die Abschiebung für Frontex organisiert worden war, übernahm die Agentur das Extra-Budget für den Flug auf den Balkan.

Germania hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb sofort eingestellt. Die finanziellen Schwierigkeiten waren schon im Januar bekannt geworden, damals hatte Germania allerdings noch eine Finanzspitze erhalten. Das Management der Berliner Fluggesellschaft mit mehr als 30 Mittelstreckenjets begründete die Probleme unter anderem mit gestiegenen Kerosinpreisen.

red

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